Wandern, Wellness und Visionen

Unser Lab im Januar 2019

Retro Wanderung

Stichwort Wahrnehmung: Auch wenn ein Haufen Menschen eigentlich ein und dasselbe erleben — wie etwa ein viertägiges Lab — werden sie dennoch ganz unterschiedlich darüber berichten. Wir wollten das mal ausprobieren, was bei uns dabei herauskommt. Hier also jetzt: ein Januar-Lab — drei Menschen, drei Blickwinkel.

Was ist das HR Pioneers Lab?

retro lab

Bei unseren HR Pioneers Labs kommen alle Pioniere fernab vom Tagesgeschäft zusammen, um am “großen Ganzen“ zu arbeiten. Themen wie Vision der Organisation, Anpassung interner Prozesse oder das Erstellen neuer Produkte können in diesen drei bis vier Lab-Tagen intensiv beleuchtet und bearbeitet werden.

Esther rekapituliert

Alle Jahre wieder … na, ok, also zumindest das dritte Jahr in Folge brachen wir zu Beginn des Jahre zu unserem viertägigen Auftakt-Lab auf. Dieses Jahr ging es Richtung Schmallenberg ins winterliche Sauerland. Das erste Lab im Jahr besteht immer aus einer Mischung intensiver Zusammenarbeit und gemeinsamem Feiern, Austauschen und Erholen.

Wir starteten mit einer Reise durch Andrés Vision für unser Unternehmen. Wohin will André? Was sind meine Assoziationen dazu? Passt das für mich? Erkenne ich mich als Teil darin? Ein Element seiner Vision beinhaltet „Organisationen darin zu begleiten, dass sie Zusammenarbeit anders gestalten und damit erfolgreicher werden“. Ich bin froh, weil ich spüre, dass mir das auch wichtig ist: Puh, ich bin also im achten Jahr bei HR Pioneers noch am richtigen Ort! Ich gebe einen Impuls dazu in die Runde: Wieso den Kontext nicht erweitern auf „Gesellschaften“? Mich persönlich treibt der Wunsch an, Menschen überall da zu helfen, anders und wertvoll und wertschöpfend miteinander umzugehen, wo sie zusammenarbeiten. Und das können auch Vereine, Initiativen etc. sein. Es gefällt mir sehr zu sehen, dass viele meiner Kollegen auch diesen Wunsch verspüren. Zum Ende der Visions-Session halten wir fest, dass André seine und damit auch unsere Vision weiter verdichtet, emotionaler formuliert und konkretisiert. Nicht ohne Grund ist es wichtig, dass wir alle wissen und auch vertreten können, für was und für wen wir unsere Energie täglich einbringen.

Meine Notizen zum Lab zeigen es: Zwischen Tag eins und Tag vier passiert für mich nicht viel, zumindest inhaltlich. Die Themen sind mehrheitlich im Beraterfokus, ich als Marketingmensch fühle mich ein wenig außen vor. Nun denn, ich vertreibe mir die Zeit mit Abarbeiten all der liegengebliebenen Dinge aus Dezember und der Vorbereitung für 2019. Denn der begonnene Umbruch in 2018 findet nun seinen Höhepunkt: Franzi geht in Elternzeit, Gordon fängt neu an, wir suchen neue studentische Verstärkung und Wiebke und Tom sind auch erst seit kurzem an Bord. Mich ereilt die Erkenntnis, dass wir uns als gewachsenes und zu 50 % ausgetauschtes Team neu finden müssen.

Ganz deutlich und emotional wird es dann in der Retro am letzten Tag. Durch ein Gespräch beim wertvollen Spaziergang zwischendurch erfahre ich, dass ich außerhalb des Marketingteams als „Gatekeeper“ wahrgenommen werde. Ein Schock! Zudem spüre ich einige Dissonanzen im gesamten Pioneers Team. Woher kommt das? In unserer Retro am Sonntag filtern wir heraus, dass wir einen Anfängerfehler gemacht haben: Wir haben zu Beginn des Labs keine Retrospektive gemacht, und das fällt uns jetzt auf die Füße. Ja, ich weiß, wir wollen als Experten andere Menschen und Unternehmen begleiten. Den Splitter im fremden Auge zu sehen, ist leicht, aber den Balken im eigenen — das ist so eine Sache … Was uns weh getan hat, hilft uns für die Zukunft: ab jetzt nie mehr ohne Retro. Übrigens: Das Team, mit dem ich arbeiten darf, ist einfach toll. Am folgenden Dienstag machen wir dann direkt im Marketingteam weiter: Wir reflektieren unsere Erkenntnisse. Die Offenheit hilft uns, konstruktiv nach vorne zu schauen, und das tut uns in der Zusammenarbeit richtig gut.

Wiebkes Lab-Retro

Das Januar-Lab 2019 war das zweite Lab für mich persönlich. Und ja, jetzt weiß ich, was ein Höllentrip ist. Maximal relaxed aus dem Weihnachtsurlaub kommend, startete ich im Mood „entspannt und erholt“. Und endete nach den vier Tagen inklusive Wochenende mit „zufrieden“.

Verdammt viel geschafft haben wir in den vier Tagen und das war gut so. Ich bin der Typ Mensch, der auf der Arbeit arbeiten will und war begeistert davon, dass die Köpfe rauchten. Was allerdings leider immer zu kurz kommt — so auch in diesem Lab — ist die Zeit für Reflexion. Die gehört zum Arbeiten unbedingt dazu, aber das vergessen viele. Zum Beispiel wir.

Meine Highlights: die beiden Retros. Das mag verwundern, waren diese doch nicht nur intellektuell, sondern zusätzlich emotional hoch anstrengend. Es kamen Dinge auf den Tisch, die einfach schieflaufen. Es wurde emotional, die Stimmung war nicht mehr „alaaf“ und es flossen Tränen. Gut so! Wenn wir reifen wollen, müssen wir auch unangenehme Themen ansprechen und bearbeiten. In diesem Fall waren es beispielsweise die (gefühlte) Einsamkeit der Berater, Achtlosigkeiten im Umgang mit einander (wie das in Familien so ist), und dass wir vielfach im Krankheitsfalle arbeiten. Eine weitere Erkenntnis meinerseits: Wir müssen trotz aller Esoterik-Bedenken endlich mal einsehen, dass das Thema Achtsamkeit ein wichtiges für uns Menschen heutzutage ist.

Starker Tobak also. Warum war dieses Lab dann trotzdem total zufriedenstellend für mich? Weil wir umgehend über Maßnahmen entschieden haben, bei denen wir wieder dermaßen auf einer Wellenlänge waren, dass es einem das Herz erwärmte: Die HR Pioneers gestalten in Zukunft ihre Labs partizipativer und arbeiten darin in Kleingruppen. Wir schaffen Formate für die Teamentwicklung und: Wir bekommen einen Team Coach. Von extern. Bähmm!

Tom erinnert sich

„Du verbringst ein paar Tage im Hotel mit Deinen Kollegen“, haben sie gesagt. Viel mehr wusste ich nicht über das anstehende Lab, als ich zu einer (für mich viel zu frühen Uhrzeit) in den Bus Richtung Sauerland stieg. „Es waren ein paar intensive, motivierende und großartige Tage im Hotel mit meinen Kollegen“, kann ich im Nachhinein sagen.

Der erste Tag war geprägt von den Themen Vision und Wirksamkeit. Erfreuliche Erkenntnis für mich: Alle laufen zumindest grob in die gleiche Richtung, wenn auch aktuell (noch?) auf unterschiedlichen Wegen. Aber die Lust, nicht nur die Zusammenarbeit von Menschen zu verändern, sondern von ganzen Organisationen bzw. der gesamten Gesellschaft, steckt in jedem Pionier. Und diese gemeinsame Lust am Verändern sorgte auch gleichzeitig für verschiedene Reibungspunkte an den nächsten Tagen: Welcher Weg ist der beste? Welche Methode die effektivste? Welche Mittel zur Entscheidungsfindung am sinnvollsten?

Im Vorfeld konnte ich mir aus verschiedenen Erzählungen vergangener Labs ausmalen, dass die Diskussionen intensiv werden. Das wurden sie auch, aber — und das empfand ich als besonders positiv — es waren konstruktive und wertschätzende Gespräche. Und so verwundert es nicht, dass wir als gesamtes Team mit unglaublich vielen Impulsen nicht nur für neue Themen nach außen, sondern auch für die Zusammenarbeit und das gesamte Miteinander herausgegangen sind. Nebenbei hatte ich die Gelegenheit, meine (für mich noch relativ neuen) Kollegen genauer kennenzulernen – sei es auf dem Laufband, an der Bar oder bei der Wanderung durch den Wald.

Ich bin gespannt, wie wir die Impulse aus dem Lab in den nächsten Wochen und Monaten in unsere tägliche Arbeit einfließen lassen. Und bin mir sicher, dass wir beim nächsten Lab mindestens wieder genauso viele Themen besprechen werden, um nicht stehen zu bleiben, uns immer weiterzuentwickeln. Ganz, wie es sich für Pioniere eben gehört.

Retro Januar 6

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