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Retrospektive Manage Agile 2015 – „Szenen einer agilen Transformation“

Oktober 2015 – ein Monat voller agiler Managementveranstaltungen und wir von HR Pioneers waren bei einigen dabei. Es wird nun Zeit die erste davon Revue passieren zu lassen: Manage Agile 2015.

DIMG_7328ieses Jahr waren wir das erste Mal mit einem Stand vertreten und zwei unserer Kollegen durften die Teilnehmer mit Vorträgen begeistern. Bernd Rutz mit seiner spielerischen Session zu Kompetenzmodellen, in denen er unter Anderem unser neues Kartenset „Pioneer Cards – Mensch entwickle Dich“ vorstellte. Es geht darum auf spielerische Art und Weise Menschen und Teams weiterzuentwickeln und in aktiven Austausch zu bringen. Das, mit Unterstützung von Kunden, entwickelte Kartenset enthält 32 Werte- und 32 Kompetenzbeschreibungen sowie fünf Zahlenskalen von Null bis Zehn.

IMG_7334In seinem Vortrag initiierte Bernd eine Feedback Runde über die Kompetenzen „Aktives Zuhören“, „Ergebnisorientierung“, „Kommunikationsfähigkeit“ und „Planungsgeschick“, bei der die Zuhörer den Grad der Kompetenzausprägung untereinander bewerten sollten (Null = nicht vorhanden, Zehn = hoch ausgeprägt).

Neben gutem Austausch hatten die Teilnehmer eine Menge Spaß in dieser interaktiven Session.

André Häusling führte seine Zuhörer in seinem Vortrag auf eine agile Transformationsreise. Er erläuterte auf organisationaler Ebene den Weg von der „Traditional Organisation“ bis hin zu den „Agile Stars“. Mehr dazu aber später noch.

Eine Konferenz hat ja immer auch zum Ziel dazu zu lernen. Was also konnte ich aus den zwei Tagen auf der Manage Agile lernen – neben einem zugegebenermaßen sehr amüsanten Poker Abend? Neues war nicht so viel dabei, aber einiges von Rednern gut auf den Punkt gebracht:

Fiducia beispielsweise machte in seinem Vortrag „Selbstorganisierte Teams – Führung jetzt erst recht“ noch einmal sehr schön deutlich, wozu wir überhaupt agil werden wollen und warum das Ganze nicht nur ein Hype ist:

  • Kundenwünsche schneller liefern
  • Qualität verbessern
  • Innovationstreiber sein
  • Mehr Wert bei gleichen Kosten schaffen
  • Als Arbeitgeber attraktiv sein

konsentorientierteentscheidungenBernd Östereich gab ganz praktische Instrumente für konsentorientierte Entscheidungen (Einwandintegration) an die Hand. Hier fühlte ich mich noch einmal zurecht gerückt, dass es bei agilen demokratischen Teamentscheidungen nicht darum geht einen „Kuschelkurs“ zu fahren, sondern auch hier zielgerichtet zu einer Entscheidung zu kommen. Dafür ist die von Herrn Östereich erläuterte soziokratische Moderation sehr hilfreich.

Dr. Frank Edelkraut griff in seiner Präsentation für mich drei wichtige Punkte zum Verständnis agiler Veränderung auf:

  • Agilität geht verloren, wenn Vision, Mission, Zugehörigkeit, Identität unterschiedlich sind
  • Agilität heißt „Freiheit im Wie“ und „Verbindlichkeit im Warum und Was“
  • Eine nachhaltige Transformation liegt vor, wenn die Organisation Veränderungen selber durchführen kann

reifegradmodell_hrpioneersAuch André Häusling ging in seinem Vortrag auf die Veränderung der Organisation ein, wenn sie sich auf die agile Transformationsreise begibt. Für mich ist eines der zentralen Elemente dabei, dass „nur agile Menschen agile Organisationen schaffen“. Am Ende muss immer der agile Reifegrad der Menschen höher sein als der der Organisation, um die Organisation auf eine höhere Agilitätsebene zu bringen. Der ganze Prozess ähnelt ein wenig der immer wiederkehrenden Häutung einer Schlange. Die Schlange wächst ihr Leben lang und muss sich dafür eine neue Haut zulegen. So ist es mit den agilen Menschen in einer Organisation, die agil werden will. Die Menschen wachsen, entwickeln sich weiter, und dafür müssen sie ihre Haut abstreifen also die Organisation weiter entwickeln. Aber am Anfang steht die Weiterentwicklung der Menschen!

Um damit wieder auf meine Eingangsfrage zurückzukommen – hat sich die Teilnahme an der Manage Agile gelohnt? Ja, in jedem Falle: und wenn es nur darum ging andere Menschen kennen zu lernen, die lernen und wachsen wollen – mit denen man sich also darüber austauschen kann, wie das alte „Schlangenhemd“ abzustreifen ist und die neue Schicht gebildet werden kann – nämlich die nächste agile Stufe.

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