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Mit Agilität zum WM-Titel

Hätten Sie gedacht, dass Deutschlands WM-Titel 2014 und agile Führung etwas miteinander zu tun haben? Ich will Ihnen gerne erklären, warum. Und auf diesem Wege eine Lanze für Oliver Bierhoff brechen. 

Businessman with a soccer ballBierhoff wurde in der Vergangenheit oft dafür belächelt, als Manager der deutschen Nationalmannschaft lediglich als „Event-Manager“ zu fungieren. Dies gipfelte im Vorfeld der WM 2014 in Brasilien, wo er sich hauptverantwortlich für die Errichtung der Unterkunft des deutschen Teams in der eigens für diesen Zweck errichteten Anlage „Campo Bahía“  zeigte. Viele Kritiker sagten dem Projekt eine beachtliche Dekadenz nach. Früher hätten schließlich auch immer normale Mannschaftshotels mit Trainingsanlagen gereicht, das würden andere Nationen ja auch so handhaben.

Diese Kritik steckte Bierhoff weg. Und leistete mit dem Campo Bahia einen wesentlichen Anteil am Gewinn der Weltmeisterschaft. Durch eine hervorragende Planung der Anlage, ausgerichtet an den Bedürfnissen des Teams (der Mannschaft sowie des Betreuerstabs), schuf er perfekte Rahmenbedingungen für die Arbeit am Projekt „WM-Titel“. Die Mannschaft konnte sich auf den errichteten Trainingsplätzen hervorragend vorbereiten, fand im Camp ideale Bedingungen zur Regeneration vor und konnte den in solchen Situationen oft drohenden Lagerkoller erfolgreich vermeiden. Etwaige Kritik fing Bierhoff schon früh ab, stellte sich selbst schützend vor das Team und in den Wind, so dass immer noch in Ruhe weiter gearbeitet werden konnte. Seine Rolle wurde in der öffentlichen Wahrnehmung hierbei jedoch ziemlich unterschätzt.

Daher ziehe ich an dieser Stelle noch eimal den Hut vor Oliver Bierhoff und möchte ihn für sein agiles Führungsverständnis loben. Denn genau jene an Bierhoffs Beispiel beschriebenen Qualitäten weisen auch Führungskräfte mit einem agilen Führungsverständnis auf. Sie verstehen sich als „servant leader“ und vertreten den Ansatz „dienender Führung“. Sie schaffen Rahmenbedingungen, die ihren Mitarbeitern die Arbeit erleichtern und deren Qualität dauerhaft verbessern. Sie beseitigen Hindernisse und dies stets mit dem Ziel im Blick. Durch diesen Fokus sind sie in der Lage, Teams zu Höchstleistungen zu bringen, auch wenn sie sich selbst eher im Hintergrund halten oder sich gar in der allgemeinen Wahrnehmung „überflüssig“ machen. Dies ist, auch wenn es sich vielen Führungskräften nicht erschließt, sowohl Ziel als auch Ausdruck erfolgreicher Führung.

Es gibt natürlich noch weitere Eigenschaften, die für agiles Führungsverständnis essentiell sind und auf die ich in diesem Blog in den kommenden Wochen noch genauer eingehen werde. Am Beispiel Oliver Bierhoffs lässt sich aber besonders anschaulich erkennen, mit welchen simplen Prinzipien die Weichen für einen bedeutsamen Teamerfolg gestellt werden können. Daher an dieser Stelle noch mal: Danke auch Dir für den WM-Titel, Olli.

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Weiterführende Links:

– Unser eBook „Agile Führungspraxis“
– Unser Training „Certified Agile Leader“

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