3. Agile HR Stammtisch in Hamburg: Vom Führen können und Loslassen lernen

Zentral zwischen Kanälen und dem Michel haben sich acht Teilnehmer zum 3. Agile HR Stammtisch in Hamburg eingefunden. Herzlichen Dank an Ralph Tiede von der CoreMedia AG für die Bereitstellung der Location und die Verpflegung. Wir haben uns zu unserem Prio 1 Themen 2014 ausgetauscht zu denen zählen: Führungskräfteentwicklung, Leistung individuell anerkennen, Erfahrungsberichte mit agilen Methoden außerhalb der IT und Weiterbildung für POs.

Vom Mitarbeiter zur Führungskraft – was gibt‘s zu lernen?

Ein Szenario das vor allem wachstumsstarke Unternehmen kennen, ist das dass Mitarbeiter die von Beginn an dabei sind irgendwann zu Führungskräften werden. Der Prozess ist häufig schleichend und so übernehmen Sie immer mehr Verantwortung, vergessen aber in der Zwischenzeit Ihr Rollenverständnis anzupassen und sich im Bezug auf Führungsinstrumente weiterzubilden.

Willkommen-AHRS-3-HH Die Erkenntnis dabei ist, unerfahrene Führungskräfte dabei zu unterstützen auch den mentalen Wandel zu vollziehen z. B. durch Coachings von und mit HR. Damit sie in die neue Rolle hinein wachsen können und Aufgaben sowie Verantwortlichkeiten der Führungsrolle angepasst werden. D. h. dass sie aufhören Mirkomanagement im operativen Tagesgeschäft zu betreiben und damit den eigenen Mitarbeitern und Teams immer wieder reinzureden.

Zu dieser Erkenntnis zählt vor allem das Stichwort Selbstführung und gelebte Selbstorganisation, beides will erlernt sein und fällt nicht einfach mit einer Führungsrolle vom Himmel.

 Wie lernt das Management loslassen?

Die Situation das Geschäftsführer oder das Top Management die besten Fachkräfte sind ist weit verbreitet und hat zur Folge, dass häufig das Zutrauen in die Mitarbeiter besonders schwer fällt. Getreu dem Motto: „Ich selbst kann es am Besten“. Oder der Manager hat schlichtweg selbst so viel Spaß daran operative Aufgaben zu übernehmen und z. B. noch selbst zu programmieren.

Was also tun, wenn das Management sich schwer tut los zu lassen?

Eine Erkenntnis war dieses Verhalten des Managements zu hinterfragen, in dem generell die Führungsrollen im Unternehmen neu definiert werden, da sich das Führungsverständnis durch die agilen Rollen ändert. Damit kann man Ängsten des Managements begegnen wie z. B. „Scrum Master, Product Owner und Team – was sind eigentlich noch meine Verantwortlichkeiten als Führungskraft? Was bleibt für mich zu tun?“ Diese Unklarheiten lassen sich durch eine klare Aufteilung der Verantwortlichkeiten auf die unterschiedlichen Führungsrollen sehr gut beheben. Dort wo Klarheit herrscht, können Ergebnisse erreicht werden und das Selbstvertrauen steigt.

Ein weiterer Faktor auf dem Weg zum Loslassen ist es auch seine Mitarbeiter zu befähigen sich die relevanten Kompetenzen anzueignen, damit sie zukünftig selbstständig Entscheidungen treffen oder Projekte umsetzen können. Denn in den meisten Fällen mangelt es nicht am Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern, sondern am Zutrauen und das ist klar mit den individuellen Kompetenzen verknüpft. Werden diese besser ist es leichter, auch seinen Mitarbeiter zu zu trauen, dass sie die Aufgaben meistern werden.

Eine weitere Erkenntnis ist die, dass sobald die Rollen klar definiert sind, das Management nach dem Beispiel bei Jimdo auch Zeiten haben kann in denen es als Mitglied eines Projektteams sich gezielt einbringt, wenn es z. B. um strategische Neuausrichtung von Projektteams oder Abteilungen geht. Wichtig ist dabei die Rolle in der das Management in einem Projektteam sitzt. Es muss dann klar sein, dass sie Teammitglied sind und ihre Meinung gleichwertig mit der jedes andere Mitgliedes ist und somit auch überstimmt werden kann.

Funktionieren agile Methoden wirklich außerhalb der IT?Planning-2014

Eine Erkenntnis war, dass es durchaus Beispiele gibt in denen ein Support Bereich mit Scrum Artefakten arbeitet inkl. Task Board etc., um die eigenen Ergebnisse transparent zu machen und zu sehen in welchen Bereichen es noch Verbesserungspotential gibt. Genauso gab es positive Erfahrungen aus dem HR Bereich, z. B. bei der Durchführung von Dailys oder Retrospektiven.

Grundsätzlich gab es einen Konsens darüber, das agile Artefakte nicht ausschließlich der Softwareentwicklung vorbehalten sind, sondern im Gegenteil in Form von Reviews, Retros und Dailys auch Ihre Sinnhaftigkeit in anderen Bereichen haben.

Eine Idee die bei einem Unternehmen umgesetzt wird ist die eines Unternehmensboards bei dem die Prio A Story von allen Abteilungen bearbeitet wird, so dass transparent ist wie man auch unternehmensweit Ziele erreichen kann und wer welche Maßnahmen dafür vorantreibt.

 Welche Instrumente brauchen POs, um Ihre Stakeholder zu führen?

Bei dieser Frage wurde deutlich wie wichtig Führungsinstrumente für den Product Owner sind und dass dieser neben seinen fachlichen Kompetenzen wie bespielsweise Marktkenntnis, technisches Know-how und der Fähigkeit die unterschiedlichen Sprachen seiner Stakeholder zu sprechen, zu verstehen und so zu übersetzen, dass alle mit im Boot sind. Vor allem im Bezug auf die Kommunikation mit den Stakeholdern ist es wichtig entsprechend die Rahmenbedingungen für den PO zu definieren, damit er/ sie weiß was sie entscheiden dürfen. Damit ein gemeinsames Zielbild zwischen PO und Schnittstellen entstehen kann, ist Handwerkszeug wichtig sowohl methodisch, z. B. Business Model oder Story Maps, um den Kundennutzen zu bewerten als auch ein Verständnis davon wie nähere ich mich sinnvoll und iterativ einem neuen Themengebiet. Bei all dem benötigt er vor allem auch eines: fachliche Führungskompetenzen, mit denen er z. B. das Team für seine Stories und deren Umsetzung begeistert, die Anforderungen des Kunden bedient, dessen Bedürfnisse kennt und versteht und somit sein Kundenmanagement daran auszurichten.

Fazit:

Ein abwechslungsreicher Austausch mit unterschiedlichen Themen hat die Teilnehmer bereichert. Beim nächsten Mal wünschten sie alle, die Ergebnisse in Form von Erfolgsfaktoren oder konkreten Handlungsempfehlungen festzuhalten, so dass diese nach einem spannenden Austausch nicht verloren gehen und auch noch einmal nachzuschauen sind.

Wir freuen uns auf den nächsten Stammtisch am 26.03.14 in Hamburg. Nähere Informationen finden Sie in unserer xing Gruppe „Agile HR Stammtisch“ und in unserem Event „Agile HR Stammtische“ auf unserer Website.

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