Schnack zum Advent – 2. Agile HR Stammtisch in Hamburg

2-AHRS-HH-WillkommenIm Herzen von Hamburg fand letzte Woche zum insgesamt zweiten Mal der Agile HR Stammtisch statt, zu dem sich alle Interessierten bei eSailors eingefunden haben, vielen Dank auch noch einmal für die Gastfreundschaft an dieser Stelle.

Rege diskutiert wurden Themen wie die Aufgaben eines Agile Coaches, welche Lösungen es Umgang mit unagilen Führungskräften im agilen Kontext gibt und was ein gutes Team auszeichnet bzw. ob man die Erfolge messbar und somit sichtbar machen kann?

Agile Coach – was macht der eigentlich?

Die Frage machte aus gegebenem Anlass Sinn, weil Teilnehmer dabei waren, die genau diese Rolle in Ihren Unternehmen ausfüllen. Informationen konnten also aus erster Hand bezogen werden. So wurden beispielsweise Aufgaben genannt, die auch Scrum Master innerhalb eines Teams übernehmen wie die Moderation von Dailys oder Retros und das lösen von Impediments. Darüber hinaus ging es aber auch darum „Change Agent“ in der eigenen Organisation zu sein und somit auch Abteilungen mit Teams zu betreuen, die agile Werte und Prinzipien in Ihrer Vorgehensweise noch etablieren wollen. Die Teams weiterzuentwickeln durch Förderung der Selbstorganisation und Eigenverantwortung sowie Vertrauensperson und Ansprechpartner für die Teammitglieder individuell zu sein, zählt ebenfalls zu den Aufgaben. Auffällig ist auch, dass die Rolle des Agile Coaches gänzlich ohne disziplinarische Führung auskommt, jedoch direkt unter Entscheidungsträgern aufgehängt ist, um mit den notwendigen Entscheidungskompetenzen ausgestattet zu sein. Der Vorteil eines Agile Coaches, so folgerten die Teilnehmer ist also, jemanden in der Organisation zu wissen, der den Helikopterblick einnehmen kann, so verbleibt der agile Gedanke nicht allein in einem Team, sondern kann über Fachbereichsgrenzen hinaus publik werden und Anwendung im täglichen Arbeiten finden.

Führungskraft ≠ agil – was tun?2-AHRS-HH-Fragestellungen

Die Herausforderung besteht häufig darin, so teilten es die Teilnehmer, dass Scrum mit einer übergroßen Erwartungshaltung eingeführt wird und wenn sich aus den prozessualen Änderungen auch strukturelle und vor allem kulturelle ergeben, verändert sich deutlich mehr als ursprünglich von Führungskräften oder Management angenommen wurde. Diese beiden Zielgruppen werden bei der Entscheidung für Agilität oft vergessen oder nicht ausreichend mitgenommen und einbezogen. Damit ist es für sie dann auch schwer nachzuvollziehen welche Konsequenzen die Veränderungen mit sich bringen und welche Auswirkungen dies auf Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten haben. Die Widerstände die dadurch entstehen resultieren häufig aus Angst und großer Unklarheit, zum einen weil nicht mehr klar ist was die eigenen Aufgaben sind (was bleibt von meiner Komfortzone übrig?) zum anderen weil die Anforderungen die Agilität mit sich bringt, die Führungskompetenzen von Führungskräften und Management herausfordert und dabei auch verunsichern oder überfordern kann.

Was tun, wenn die Führungskräfte jedoch sehr dominant sind und gar nicht verstehen, was es mit Ihnen zu tun hat, das einige Teams in Ihren Abteilungen agil arbeiten. Sie sehen nicht den Nutzen darin sich mit diesen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Ein Vorschlag war in diesem Zusammenhang sich die menschlichen Bedürfnisse noch einmal genauer anzusehen und sie im Fall der Führungskraft zu nutzen, um herauszufinden, welche der Bedürfnisse noch nicht berücksichtigt oder unbefriedigt sind.

Eine weitere Möglichkeit wurde in der Unterstützung des Veränderungsprozesses durch externe Berater gesehen, die das Management bzw. die Führungskräfte begleiten, coachen und dafür sorgen, dass Widerstände überwunden werden können.

Das ist ein gutes Team – und warum?

Was macht eigentlich ein gutes Team aus und woran kann man das festmachen? Diese Frage und weitere die darum kreisen stellten sich die Teilnehmer ebenfalls an diesem Abend. Wie messe ich die Leistung einer einzelnen Rolle wie dem Agile Coach oder Scrum Master? Messe ich das durch eine geringere Anzahl von Impediments, mehr Stories während eines Sprints zu schaffen, etc.? Deutlich wurde bei diesem Austausch, dass es keine Metriken gibt, die darauf ein einfache Antwort geben, da die Aufgaben eines Agile Coaches oder Scrum Master häufig den Einsatz Ihrer persönlichen bzw. sozialen Kompetenzen fordern und man diese nun mal nicht nach einer Formel in Ihrer Wirksamkeit berechnen kann. Der Teamerfolg lässt sich aus sich des Product Owners ggf. noch etwas leichter beziffern, aber auch da zeigen Zahlen nur einen Ausschnitt des Erreichten.

Fazit

Es war ein angeregter Austausch in Hamburg, bei dem sich die Teilnehmer alle gut einbringen konnten und jede/r mit eine guten Idee oder einem neuen Impuls nach Hause ging. Alle freuen sich darauf den Austausch im nächsten Jahr Ende Januar Anfang Februar fortzusetzen.

Ich freue mich dann natürlich auch Sie bei diesem oder einen der anderen Stammtisch begrüßen zu dürfen!

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