“Eine hybride Arbeitswelt bringt viele Vorteile mit sich”

Ein Interview mit Dunja Böckling und Susanne Schneider von der Börsenvereinsgruppe des dt. Buchhandels

Börsenverein des dt. Buchhandels – Interview

In den letzten zwei Jahren sind Dunja Böckling, Leiterin OPE, und Susanne Schneider, Managerin Interne Kommunikation, eng zusammengewachsen. Denn sie haben erkannt, dass Interne Kommunikation und HR an einem Strang ziehen müssen, um Transformationen erfolgreich zu begleiten. Auf der Agile HR Conference 2022 berichten die beiden von ihrer Reise in die hybriden Arbeitswelten. Dieses Interview gibt einen Vorgeschmack auf ihren Vortrag. 

HR Pioneers: Wer seid Ihr beiden und wie seid Ihr dahin gekommen, wo Ihr jetzt seid?

Susanne Schneider: Wie viele bei uns in der Börsenvereinsgruppe bin ich von Hause aus Geisteswissenschaftlerin und habe nach meinem Studium zunächst in verschiedenen Verlagshäusern und Redaktionen gearbeitet. In 2008 bin ich dann zunächst als Referentin des Hauptgeschäftsführers zum Börsenverein des Deutschen Buchhandels gekommen. Und im Jahr 2015 habe ich bei uns in der Börsenvereinsgruppe die interne Kommunikation übernommen, neu ausgerichtet und ausgebaut – in vielerlei Hinsicht, denn damals beschränkte sich bei uns die interne Kommunikation größtenteils noch auf die redaktionelle Betreuung unseres Intranets. Das hat sich seit 2015 stark gewandelt und durch die veränderte Arbeitssituation seit Beginn der Pandemie noch einmal um 180 Grad gedreht.

Dunja Böckling: Mein gesamtes Berufsleben bin ich als BWLerin im Personalbereich tätig. Von 2009 bis 2018 war ich als Personalleiterin der Frankfurter Buchmesse GmbH – quasi als Resonanzboden der Organisation – bereits mit Fragestellung rund um Arbeits- und Organisationsformen beschäftigt. Schon immer bin ich sehr neugierig auf das, was andere machen und überzeugt vom experimentellen Ansatz. Heute stehe ich hier für die Organisations- und Personalentwicklung aller Unternehmen der Börsenvereinsgruppe und für die Transformation in eine neue, hybride Zukunft. Wir haben schon vor Corona den Boden gut vorbereitet und einige Sparks gezündet. Dann kam mit dem Beginn des ortsunabhängigen Arbeitens einfach alles zusammen. Gemeinsam mit Susanne, unserem TrafoTeam und ChangeAgents sind wir jetzt die Leuchtfeuer auf dem Weg durch diese neuen Arbeits- und Erfahrungswelten.

HR Pioneers: Ihr berichtet auf der Agile HR Conference 2022 von Eurer Reise in die hybriden Arbeitswelten: Was hat Euch davon überzeugt, diese Reise zu starten?

Susanne Schneider: Unternehmen ringen heute zunehmend um gute Arbeitskräfte. Denen ist eine gute Work-Life-Balance wichtig. Das bedeutet für die Unternehmen, dass sie diesen neuen Anforderungen immer mehr gerecht werden müssen. Eine hybride Arbeitswelt bringt viele Vorteile mit sich. Im Vordergrund steht dabei vor allem die Flexibilität und die Möglichkeit, gute Besetzungen für vakante Positionen ortsunabhängig suchen und finden zu können beziehungsweise Mitarbeitende zu halten, die aus privaten Gründen gegebenenfalls weggehen würden, weil sie beispielsweise ihren Lebensmittelpunkt woanders hin verlagern. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht sich durch die Verlagerung in hybride Arbeitswelten. Aus unserer Erfahrung ist das, was sich die Kolleg*innen wünschen, ein gesunder Mix aus ortsunabhängigem Arbeiten und Arbeiten im Büro in engem Kontakt mit ihren Teams.

Dunja Böckling: Als wir – wie alle Anfang 2020 – von heute auf morgen im Homeoffice waren, haben wir sehr schnell gemerkt, dass alles super funktioniert. Sämtliche Glaubenssätze und Vorurteile zum Thema „Arbeiten von zu Hause“ waren auf einmal widerlegt. Susanne und ich konnten sehr schnell Formate anbieten, die unseren Kolleg*innen geholfen haben, gut durch diese Phase zu kommen. Transparenz und Beteiligung – die von unseren Kolleg*innen in der Vergangenheit nachvollziehbar kritisch betrachtet wurden – waren in Schallgeschwindigkeit auf einem vollkommen neuen Niveau angekommen.

HR Pioneers: Der Titel Eures Vortrags lautet „Unser Zukunftsbild einer hybriden Arbeitswelt“. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Könnt Ihr uns verraten, wie Ihr Euch dieses Zukunftsbild vorstellt?

Susanne Schneider: Für uns ist es sehr wichtig, dass eine solche Veränderung der Arbeitswelt auch mit einem Kulturwandel einhergehen muss. Das bedeutet, dass es nicht damit getan ist, alle Kolleg*innen, die das wünschen, mit einem Notebook und einem Headset auszustatten und in den Betriebsvereinbarungen festzuhalten, dass nun auch das mobile Arbeiten möglich ist. Wenn wir hybrid miteinander im Team arbeiten wollen, dann braucht es das Bewusstsein darüber, dass sich unsere Zusammenarbeit an sich verändern muss.

HR Pioneers: Was hat Euch auf Eurer Reise überrascht?

Dunja Böckling: Dass viel mehr geht, als man selbst zu Beginn des Prozesses gedacht hätte. Und vor allem in welch kurzer Zeit und mit welcher Turbogeschwindigkeit das vonstatten geht. Dass zum Beispiel jahrelang gewachsene Glaubenssätze innerhalb kürzester Zeit in Luft aufgelöst werden können, wenn man erst einmal angefangen hat. Und dass Beteiligung und Freiwilligkeit gut sind und auch nicht in Anarchie münden müssen. Vor allem haben wir gesehen, dass sehr viel Potenzial in unseren Mitarbeitenden und somit in unseren eigenen Unternehmen liegt. Das wird bei vielen anderen Unternehmen nicht anders sein. Man wäre verrückt, wenn man dieses Potenzial nicht heben würde!

Neben dem Vortrag von Dunja Böckling und Susanne Schneider können sich Teilnehmende der Agile HR Conference 2022 auf viele weitere Vorträge, Talks und interaktive Sessions freuen. Tickets kannst Du hier erwerben. 

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