Wie führe ich Mitarbeiter:innen?

Tool “Restaurant Challenge” macht Führung im komplexen Umfeld erlebbar

Restaurant Challenge in Aktion

Wenn wir führen wollen, muss auch jemand folgen wollen. Doch wie kannst Du alle mitnehmen? Wieso gehen Menschen eigentlich nicht von selbst mit? Die “Restaurant Challenge” ist eine einfache und spielerische Übung, die es in sich hat. Denn sie macht wirksame – oder unwirksame – Führung erlebbar.

Führung ist keine einseitige Angelegenheit. Sie ist ein Zusammenspiel aus dem, der führt und dem, der – idealerweise – folgt. Sie lässt sich auch nicht auf eine rein sachliche Ebene mit Zahlen, Daten und Fakten reduzieren. Zu wirksamer Führung gehörst Du mit all Deinen Emotionen dazu. Dieses Spiel vermittelt Dir, warum Emotionen in guter Führung so essenziell sind. Sei gespannt, was die Übung mit Deinem eigenen Why zu tun hat. Esther Römer hat Dir die Spielanleitung zusammengestellt. Auf geht’s – Spaß inklusive!

Lernziel

Wie führst Du in Zeiten von Komplexität und Unsicherheit? Wie führst Du, wenn „command and control“ nicht die Lösung ist? Wie „folgen“ Dir Menschen?

Material

  • Kreide oder Tesakrepp
  • Flipchart
  • Tipp: Virtuell kannst Du die Übung auch zum Beispiel via eines Miroboards abbilden.

Gruppengröße

Du brauchst mindestens fünf Menschen. Auch mit 30 Menschen ist die Übung möglich. Oder einfach in zwei Gruppen aufteilen. Wichtig ist jemand, der:die Übung dann pro Gruppe begleitet, moderiert und die Reflexion anleitet.

Dauer

Plane circa 30 Minuten inklusive Reflexion ein.

Vorbereitung

Eine Fläche, die genug Raum für eine räumliche Distanz lässt. Gib folgende Aufgabe an die Gruppe: „Ein:e Mutige:r möge sich bereit erklären, gleich eine Aufgabe zu erfüllen. Was genau, wird nach einer Situationsbeschreibung erläutert.“

Durchführung

Der:die Moderierende führt möglichst lebendig und ausschmückend in folgende fiktive Situation ein: „Einmal jährlich trefft Ihr Euch mit Eurer besten Abiturjahrgangsgruppe ever und geht gemeinsam in Eurem Stammlokal essen. Dieses Jahr habt Ihr sogar 20jähriges Jubiläum. Ihr gönnt Euch dann immer etwas im Sternerestaurant „Chez Maria“ … Aber diesmal geht wirklich alles schief: kaltes versalzenes Essen, der exklusive Raum belegt, schlechter Service, Wein verkorkt …“

Die Person, die sich gemeldet hat, ist der:die Restaurantchef:in von “Chez Maria”. Ihre Aufgabe: die Gäste wieder für sich gewinnen. Einzige Regel dabei: nur der:die Restaurantchef:in darf reden. Die Gäste dürfen nur mit ihren Füßen reagieren. Dafür steht der:die Restaurantchefin auf der einen Seite eines Raums/ einer Fläche, die Gruppe der Restaurantgäste auf der anderen Seite.

Immer, wenn den Gästen eine Aussage des:der Chef:in gefällt – sprich, es für sie wahrscheinlicher wird, nach diesem Erlebnis doch noch einmal in dieses Restaurant zu kommen – gehen sie einen Schritt auf sie:ihn zu. Wenn ihnen etwas nicht gefällt, gehen sie einen Schritt nach hinten. Kurzum: die Gäste geben Feedback, indem sie ihre Entfernung zur:m Restaurant-Chef:in verändern.

Moderations- und Reflexionsfragen

  • Wie ging es Dir mit der Reaktion der Gruppe/Menschen? Was ist Dir/Euch aufgefallen?
  • An welcher Stelle hat Euch der:die Chefin abgeholt? Verloren? Überzeugt?
  • Was war ihm:ihr wichtig? Was Dir? An welcher Stelle wurde Dein Bedürfnis (nicht) erfüllt?
  • Was ist Dein „Why“ als Chef:in? Wieviel davon wurde sichtbar? Um was geht es Dir? Um Umsätze, Ansehen oder ??
  • Welche Parallelen seht Ihr zu Eurem Führungsalltag?

Learnings

  • Greifbar als Mensch sein „Be yourself“ (Videotipp: “Understanding Empathy” / Simon Sinek)
  • Das eigene Why klar haben und machen
  • Soziale Komplexität: Unterschiede in den einzelnen Reaktionen der Gruppe sind o.k.. Es gibt nicht DIE eine Vorgehensweise und Lösung, die für alle die richtige ist.
  • Resonanz statt Mitnehmen: „Wenn Du Mitarbeitende mitnimmst, sind sie am Ende des Tages mitgenommen. Du kannst nur einladen. Mitarbeitende entscheiden selbst, ob sie gehen oder nicht.“
  • Echten Dialog wagen statt in Verhandlung zu gehen. Keine fertigen Lösungen präsentieren, sondern die Menschen fragen.
  • Menschen haben einen Bullshit-Radar und spüren, was echt ist.

Moderationstipps

  • Lass dem:r Restaurantchef:in genügend Zeit, kreativ über Lösungen nachzudenken und mit der Gruppe in Interaktion zu treten. Manchmal hilft es, je nach Dynamik, eine Anregung zu geben. Etwa: „Was könntest Du noch tun? Wie geht es Dir gerade damit? Wie geht es gerade wohl der Gruppe?”
  • Es ist nicht das Ziel, dass der:die Restaurantchefin alle wieder zu sich holen muss. Viel wichtiger ist die Reflexion der Dynamik und der oben erwähnten Fragen.
  • Bei größeren Gruppen frag vor allem nach ergänzenden Perspektiven zum bisher Gesagten, sonst läuft das schnell zeitlich aus dem Ruder.

Jeder kann Führung in verschiedenen Rollen innehaben. Sie lässt sich nicht nur an bestimmten Rollen und Verantwortungen festmachen. Wenn wir dabei nicht wissen, was Menschen zum Folgen motiviert, hilft fragen, innehalten, zuhören. Vielleicht willst Du die „Restaurant Challenge“ direkt mal bei Dir im Unternehmen ausprobieren.

Du möchtest die „Restaurant Challenge“ gerne virtuell mit anderen spielen? Hol Dir dafür das Miro-Template für die Restaurant-Challenge. Einfach das Formular ausfüllen und wir schicken Dir das Template zu.


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