Lurse und HR Pioneers beleuchten Vergütung von agilen Funktionen

Der Arbeitsalltag deutscher Unternehmen ist heute von Supertrends wie Globalisierung, Digitalisierung oder demografischem Wandel geprägt. Die Antwort der Organisationen auf die neuen Herausforderungen heißt Agilität. Doch im Hinblick auf die Vergütung typischer, agiler Rollen wie „Scrum Master/Agile Coach“ fehlen bisher noch die Vergleichsmöglichkeiten. Aus diesem Grund hat die HR-Strategieberatung Lurse gemeinsam mit HR Pioneers, als dem Experten für agile Personal- und Organisationsentwicklung, eine Studie dazu durchgeführt. Die Kurzstudie zur Vergütung von agilen Rollen in Unternehmen auf den typischen Erfahrungsebenen Einstiegslevel, Expertenlevel, Seniorlevel wurde im Zeitraum Oktober bis Dezember 2016 realisiert.


Bei der Auswertung der Vergütungsniveaus wurde berücksichtigt, dass agile Rollen in Unternehmen auch in den Funktionen „Projektmanagement“, „Projektmanagement Agile“ und „Software Development“ verankert sind. Diese Funktionen wurden deshalb der analysierten Scrum-Funktion gegenübergestellt. Die Vergleichsdaten dazu stammen aus den Lurse Vergütungsstudien 2016, die etwa 15.000 Datensätze umfassen. Zugrunde gelegt wurde das Gesamteinkommen Ziel (€) für das Einstiegs-, Experten- und Seniorlevel.

Hohe Bandbreite in der Vergütung

Was zunächst auffällt: Es gibt nur wenige Unternehmen, bei denen die Mitarbeiter ausschließlich agile Rollen ausfüllen. Vielmehr werden diese Rollen als zusätzliche Aufgaben „klassischer“ Funktionen wie zum Beispiel „Software Entwickler“ verstanden. Insgesamt sind 2/3 der Mitarbeiter nicht ausschließlich als „Scrum Master“ beziehungsweise „Agile Coach“ im Unternehmen tätig. Bei der Vergütung existieren unklare Vorstellungen zur Marktwertigkeit dieser Funktionen. So zeigt sich für die Funktion „Scrum Master/Agile Coach“ eine große Streuung der Gehaltsniveaus – insbesondere mit Blick auf die Vergleichsfunktionen auf dem Experten- und Seniorlevel. Auffällig ist außerdem, dass das Gehalt des „Scrum Masters/Agile Coachs“ durchschnittlich unter dem Verdienst vergleichbarer Funktionen aus dem Bereich „Software Development“ oder „Projektmanagement“ rangiert. Liegen die Werte im Einstiegslevel gehaltlich noch nahe an dem Niveau der „etablierten“ Funktionen, nimmt der Unterschied auf dem Experten- und Seniorlevel signifikant zu. „Klassisches Projektmanagement“ und „Agiles Projektmanagement“ wird nicht spürbar unterschiedlich vergütet.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen zwar auf dem Weg zu agilen Arbeitsformen sind, aber bei der Vergütung dieser Funktionen noch den adäquaten Ansatz suchen. Betriebliche oder auch tarifliche Regelungen reagieren typischerweise eher zeitverzögert auf solche organisatorischen Veränderungen, sodass das vorliegende Ergebnis nicht überrascht. Es wird spannend sein, das Thema Vergütung agiler Funktionen weiter zu beobachten“, betont Birgit Horak, Managing Partner bei Lurse.

„Wir begleiten immer mehr Unternehmen, die sich mit dem Thema Vergütung im agilen Kontext beschäftigen“, ergänzt André Häusling, Geschäftsführer bei HR Pioneers. „Dabei sind keine allgemeingültigen Antworten und Vorgehensweisen zu beobachten. Mit dieser Studie haben wir eine erste Annäherung ermöglicht.“

Zertifizierung/Scrum Alliance nicht ausschlaggebend

Insgesamt sind 2/3 der gemeldeten Positionsinhaber nicht nach den Vorgaben der Scrum Alliance zertifiziert. Sofern eine Zertifizierung nach diesen Vorgaben vorliegt, ist dies hauptsächlich auf den Experten- und Seniorleveln der Fall. Das Thema „Zertifizierung“ ist dabei kein Treiber für Vergütung: So hat die Zertifizierung marginalen Einfluss auf die Gehaltshöhe und der Unterschied „zertifiziert“ vs. „nicht zertifiziert“ beträgt lediglich 11 %.

Variable Vergütung spielt untergeordnete Rolle

Das Thema „Variable Vergütung“ in agilen Organisationsformen und Tätigkeiten spielt im Vergleich zu klassischen Organisationen eine untergeordnete Rolle. Nur 1/3 der teilnehmenden Unternehmen weist eine variable Vergütung für „Scrum Master/Agile Coach“-Funktionen auf. Wenn variabel vergütet wird, dann ausschließlich auf dem Experten- und Seniorlevel.

„Scrum Master/Agile Coach“ ist typischerweise eine Funktion für bestimmte Projekte innerhalb des Unternehmens und damit eine Rolle auf Zeit. Ein variables Vergütungsmodell passt vor allem vor dem Hintergrund der damit verbundenen anderen Organisationsform und -philosophie nicht in diese ‚neue Welt‘“, unterstreicht Birgit Horak.

Wie in agilen Organisationen gearbeitet wird und welche Konsequenzen dies für die Arbeit der Personalabteilungen hat, untersucht die Lurse Studie „Agile Formen der Arbeitsorganisationen und ihre Auswirkungen auf klassische Personalinstrumente“. Mit Unterstützung von HR Pioneers wurden 9 Berater und 20 agile Unternehmen branchenübergreifend befragt. Ergebnisse der Studie sind über unseren Pressekontakt erhältlich und können ab sofort angefragt werden.

Den Erfahrungsaustausch für Unternehmen ermöglicht das Praxisforum „Agile HR Conference 2017“ von HR Pioneers. Die Konferenz findet vom 26.04.2017 – 27.04.2017 in Köln statt. Weitere Informationen finden Sie hier: https://hr-pioneers.com/hrpevent/agile-hr-conference-2017/

Pressekontakt

HR Pioneers GmbH
Esther Römer
Wilhelmstraße 56-58
50733 Köln

Fon: +49 (0)221/ 988 30 383
E-Mail: esther.roemer@hr-pioneers.com

Die Pressemitteilung im Anhang:

Pressemitteilung_HRPioneers und Lurse_Vergütungsstudie

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Über die HR Pioneers GmbH:

Die HR Pioneers GmbH ist Spezialist für agile Personal- und Organisationsentwicklung und hilft Unternehmen dabei, agile Managementansätze erfolgreich umzusetzen. Außerdem ist die HR Pioneers GmbH Initiator der Agile HR Conference.

Weitere Informationen: www.hr-pioneers.com und www.agile-hr-conference.com

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