Warum Selbstfürsorge im Alltag für Dich wichtig ist

Selbstfürsorge ist für jeden wichtig - hier dargestellt durch eine junge Frau, die ein Pflanze in Händen hält.
Lesedauer 4 Minuten

Nur 28 Prozent der Deutschen bleiben bei Krankheit konsequent zu Hause. Das ergab eine erst kürzlich veröffentlichte repräsentative Umfrage der Pronova BKK. Unsere Pionierin Berenike Achenbach hat sich deshalb generell die Frage gestellt: Wie steht es in unserem Alltag um das Thema Selbstfürsorge und warum ist dieses Thema auch für Dich so wichtig? (Bildquelle: Nikola-Jovanovic/unsplash.com)

Selbstfürsorge: Was ist das eigentlich?

Selbstfürsorge heißt, Dir selbst liebevoll und wertschätzend zu begegnen, Dein eigenes Befinden und Deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Sie ernst zu nehmen und aktiv zu Deinem eigenen Wohlergehen beizutragen. Wenn Du Dich aktiv um Deine Selbstfürsorge kümmerst und für Dich passende Maßnahmen umsetzt, trägst Du damit entscheidend dazu bei, Deine physische und psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten. Diese Maßnahmen sind komplett individuell – sie können sich von Ruhe, Bewegung und Kreativität bis zu Aktivität erstrecken. Für den einen ist es ein Hörbuch beim Spaziergang, jemand anderes braucht das Handballtraining und Du vielleicht vor allem die Meditation am Morgen.

„Wenn deine Bremsen nicht funktionieren, kannst du auch nicht Vollgas fahren.“

Chris Surel

Warum ist Selbstfürsorge so wichtig für Dich?

Alles ist heute besonders schnell getaktet. Du hast Zugriff auf so viele Informationen. Die Anforderungen der Außenwelt sind immens geworden:

  • hoher Zeit- und Termindruck
  • innere Herausforderung, diese vielen Ansprüche zu bewältigen
  • ewige Erreichbarkeit
  • ständiger Optimierungsgedanke
  • vermehrte Außenorientierung über Social Media etc.

Dabei kannst Du Dich selbst und Deine Bedürfnisse schnell verlieren.

Expertentipps: erst prüfen, dann adaptieren

Schillernde Persönlichkeiten zeigen uns auf Social Media, wie sie ihr Leben vermeintlich im Einklang mit sich selbst führen. Dort startet der Morgen mit Meditation und Yoga, dann kommt das Frühstück mit den Super-Vitaminen und anschließend noch die Power-Sportsession. Zu beobachten ist, dass wir vermehrt außenstehenden Personen und Netzwerken einen Expertenstatus zukommen lassen. So verfallen wir schnell dazu, einfach zu adaptieren. Was fehlt, ist ein vorgelagerter Check: Ist das wirklich etwas, was mir persönlich guttut? Dabei sollten wir gerade hier die Eigenverantwortung stärken, selbst Experte zu sein oder zu werden. Denn nur Du allein trägst die Verantwortung dafür, dass Dein System gut funktioniert. So kannst Du Deinen diversen Rollen im Leben gerecht(er) werden und mit Dir selbst besser in Kontakt kommen.

Selbstfürsorge: Wie geht das?

Selbstfürsorge ist nichts, was Du nur einmal machst, um dann Energie für immer zu haben. Was zählt, ist die Regelmäßigkeit. Integriere sie in Deinen Lebensalltag und setze sie nicht nur als Notfallplan ein. Positiver Nebeneffekt auf Dauer: Du stärkst Deine Selbstakzeptanz: „Ich bin, wie ich bin, und muss nicht das machen, was andere machen.“ Du musst nicht jedem Trend hinterherjagen. Nicht jedem liegt Meditieren, auch wenn es beeindruckende Wirkungskraft hat. Erster und wichtigster Schritt: Schaffe Dir Raum, um in Selbsterkenntnis gehen zu können. Lass Dich nicht vom “Außen” stressen. Richte Deinen Blick von außen nach innen, komm zur Ruhe und versuche zu erkunden, was Dein Körper und Geist wirklich brauchen. Diese Fragen können Dir dabei helfen:

  • Was brauche ICH eigentlich?
  • Was sind meine Energiespender?
  • Was sind meine Energiefresser?
  • Was gibt mir im Leben das nötige Gleichgewicht?
  • Was ist für mich wirklich relevant? Was nicht?
  • Welchem Thema möchte ich mich widmen und welche konkreten Maßnahmen passen aktuell für mich?

Für Selbstfürsorge gibt es keinen Masterplan

À la agilem Mindset sollten wir nicht nur auf der Arbeit kund:innenzentriert vorgehen. Auch beim Thema (Selbst-)Fürsorge gilt nicht “one size fits it all”. Bedarfsgerechte Übungen und Maßnahmen sind wichtig. Für den einen mag es an einem Abend die Tafel Schokolade mit einem guten Krimi sein. Jemand anderes braucht den Jumping-Fitness-Kurs im Studio um die Ecke. Beachte hier: Es gibt kein Richtig oder Falsch! Nur ein: es tut mir gut oder es tut mir nicht gut! Und das herauszufinden, ist die höchste Kür.

Selbstfürsorge muss zu Deinen Lebensumständen passen

Wichtig hierbei ist: Maßnahmen der Selbstfürsorge dienen natürlich nur dem Zweck, wenn Du authentische Wege für Deine aktuelle Lebenssituation findest. Wenn Du ein neugeborenes Baby hast, das Dich morgens ab fünf Uhr wachhält, dann bringt es nichts, um vier Uhr aufzustehen und zu joggen. Der Preis, den Du dafür zahlst, wäre viel größer als der Effekt des Joggens. Dir hier auch noch Druck aufzubauen nach dem Motto “Ich müsste ja eigentlich joggen”, führt nur zu ungewolltem Stress und verfehlt somit das eigentliche Ziel. Daher schau genau hin, was in Deinen aktuellen Lebensumständen wirklich für Dich passt.

Selbstfürsorge bedeutet für jeden etwas anderes. Als Metapher dienen unterschiedliche Pflanzen, die eine individuelle Pflege und Fürsorge benötigen.

Selbstfürsorge bedeutet für jeden etwas anderes – so wie jede Pflanze eine individuelle Pflege und Fürsorge benötigt, um bestmöglich zu gedeihen. (Bildquelle: markus-spiske/unsplash.com)

 

Selbstfürsorge im Arbeitsalltag integrieren

Meine persönliche Reise zum Thema Selbstfürsorge und Selbstverantwortung haben unter anderem maßgeblich Chris Surel, der Autor der Tiefschlaf-Formel, und der Podcast „Von innen nach außen“ von Struss & Claussen geprägt. Möglichkeiten, die ich selbst immer wieder in meinem Alltag integriere, sind:

  • Mikropausen: Inspiration von Chris Surel auf You Tube „Mikrobreaks im stressigen Alltag
  • Atemübungen
  • Walking Meetings
  • Yoga
  • Meditation
  • Achtsamkeitstagebuch
  • bildschirmfreie Zeit
  • Horizont-Blick

Also leg Dein Smartphone, das Tablet oder den Laptop weg und gib Deinem Geist die Chance, zur Ruhe zu kommen. Frag Dich: Was würde mir jetzt gerade guttun? Was würde mir in diesem Moment Kraft geben? Und dann leg los!

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AutorInnen dieses Beitrags

Berenike Achenbach
Agile Consultant

Schon früh durfte Berenike ihre “Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Rahmenbedingungen” trainieren, denn sie verbrachte ihre Kindheit auf vier Kontinenten. Rückblickend…


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