“Tools sind Nebeneffekte”

Interview zum Thema Unternehmenskultur - Teil 2

Culture Pioneer Training

Im ersten Teil meines Interviews mit Kati und Marcus konntest Du etwas darüber lesen, warum wir uns in diesen turbulenten Zeiten mit dem Thema Unternehmenskultur auseinandersetzen sollten und wie Kulturentwicklung gelingen kann. In Teil 2 haben Kati und Marcus mir Näheres über den Culture Pioneer, das Training zum Thema Kulturentwicklung der HR Pioneers, erzählt.

Wie die Pioniere die Trainingsmitwirkenden auf ihrem Weg der Kulturentwicklung begleiten und unterstützen möchten, kannst du nun Teil II unseres Interviews erfahren:

Ein Angebot der HR Pioneers ist der „Culture Pioneer“, ein von Euch durchgeführtes Training zum Thema Kulturentwicklung. Durch welche Methoden gelingt es Euch, in diesem Training den Raum für Dialog und Diskussion zu schaffen?

Marcus: Wir fördern dies durch Formate, die es ermöglichen „ins Spüren zu kommen“ und es erlauben, Dinge für unsere Mitwirkenden sichtbar und erlebbar zu machen, die über eine rein kognitive Ebene nicht zugänglich sind. Wir wenden daher in unserem Training bewusst unkonventionelle Methoden an und arbeiten bspw. über Aufstellungen, mit Bildern aus der Natur oder lassen die Mitwirkenden mit ihren eigenen Händen ihre Kultur erbauen. Wir sind überzeugt, dass sich ein System nur dann verändern kann, wenn es sich selbst spürt und erkennt. Der erste Schritt dahin ist, bei sich selbst anzufangen und den eigenen Beitrag im großen Ganzen zu verstehen.

Kati: In unserem Training setzen wir daher bewusst beim Individuum und seiner Reflexionsfähigkeit an. In der Eisbergmetapher gesprochen: Wir helfen den Mitwirkenden zu tauchen und setzen ihnen die geeignete Taucherbrille auf, um zu sehen und zu spüren, was sich unter der Wasseroberfläche abspielt. Wenn sie dann zurück an die Wasseroberfläche kommen, können sie die Dinge, die dort stattfinden besser verstehen und auch verändern.

Was möchtet Ihr mit dem Training bewirken? Was können Mitwirkende erwarten?

Kati: Gemeinsam wollen wir ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Kultur „stattfindet“, auch wenn sie schwer zu greifen ist und neue Perspektiven sowie Orientierung für den Kulturentwicklungsprozess geben. Wir möchten dabei ein Vertrauen in die eigene Person schaffen, sich mit dem Thema Kultur zu beschäftigen. Wir möchten die Mitwirkenden motivieren, auch mal aus der eigenen Komfortzone herauszutreten und experimentierfreudig zu sein. Es soll darum gehen, neue Blickwinkel zu erforschen und andersartige Denkweisen zu üben. Auf gesellschaftlicher Ebene möchten wir dazu beitragen, dass alle Menschen in Kulturen ohne Unterdrückung glücklich werden können.

Marcus: Unser Wunsch ist, einen Beitrag dazu zu leisten, dass wir alle in unserem Arbeitsumfeld mehr wir selbst sein können. Damit verbunden ist auch, dass wir mit mehr Ganzheit agieren und bspw. unsere Gefühle, Intuitionen und körperlichen Wahrnehmungen mehr einbinden. Unser Ziel ist es, auch solche Empfindungen zu nutzen, um uns mit dem Thema Kultur zu beschäftigen. Denn wir haben so viel mehr, woraus wir schöpfen können, als unseren Verstand. Wir möchten unsere eigenen Erfahrungen mit den Mitwirkenden teilen und Erkenntnisse für den eigenen Fall schaffen. Tools sind dabei Nebeneffekte, im Vordergrund steht das tiefergehende Spüren und Erleben.

An wen richtet sich das Training?

Kati: Prinzipiell kann natürlich jeder an dem Training teilnehmen. Primär richtet sich das Training an all diejenigen, die sich für das Thema interessieren, die in ihrem Unternehmen Kulturverantwortliche, Organisationsentwickler oder eine ähnliche Rolle innehaben. Diese Personen haben einen expliziten Auftrag, sich mit dem Thema Kultur zu beschäftigen und dieses Training hilft ihnen dabei. Jedoch sind andere Personen, die diesen Auftrag nicht explizit haben, nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil. Das ist für alle spannend.

Marcus: Im Training braucht man ein hohes Maß an Selbstreflexionsbereitschaft und Lust darauf, mal etwas ganz Neues zu probieren. Das Training richtet sich an alle Menschen, die offen sind, Dinge mal ganz anders zu gestalten und Lust haben, die eigene Rolle zu hinterfragen.

Gibt es jemand, der nicht teilnehmen sollte?

Kati: Personen, die von uns die passende Antwort erwarten, wie sie Kultur verändern können inklusive Prozessplan, Instrumenten, Erfolgs- und Messkriterien.

Marcus: Diese Dinge werden als „Nebenprodukt“ teilweise als Resultat des Reflexionsprozesses entstehen. Aber das ist nicht der eigentliche Mehrwert des Culture Pioneer Trainings, denn diese generischen Dinge kann man sich auch in einem Buch durchlesen. In der Metapher des Eisbergmodells gedacht geht es beim Culture Pioneer vor allem um die unterste Ebene, das „Wozu gibt es uns“, nicht um das „Was tun wir?“. Nicht am Training teilnehmen sollten Personen, die sich lediglich die passenden Tools wünschen, um andere Menschen dazu zu bringen, etwas Bestimmtes zu tun.

Ihr habt bereits mehrmals im Gespräch erwähnt, dass es in Eurem Training unkonventionell werden kann. Inwiefern unterscheidet sich das Kulturtraining von anderen Trainings?

Marcus: Bei uns sind Tools Nebeneffekte. Was im Vordergrund steht und darüber hinausgeht: Wir machen kulturelle Muster auf individueller und organisationaler Ebene sichtbar. Dies gelingt uns, und da sehe ich den zweiten Unterschied zu herkömmlichen Trainings, über tendenziell unkonventionelle Herangehensweisen. Zum Beispiel indem wir über Glaubenssätze sprechen, mit Aufstellungen arbeiten oder künstlerisch Dinge gestalten. Das Dritte ist: Es geht viel um Selbstreflektion. Das sehe ich bei anderen Kulturtrainings so nicht. Und zuletzt arbeiten wir sehr nah an den konkreten Fällen der Mitwirkenden. Der Transfer findet somit nicht erst nach dem Training statt.

Kann ich mich auf das Training vorbereiten?

Marcus: Definitiv! Überlege dir: „Was sind eigentlich grade meine Herausforderungen?“ Und wenn diese sich erstmal auf einer oberflächlichen Ebene zeigen, ist das total in Ordnung. Wir können auch über der Wasseroberfläche starten! Es ist sogar sinnvoll, sich zu fragen: „Was muss ich denn gerade verändern?“ Und dann unter Wasser zu tauchen und zu schauen: „Welche Muster stehen uns gerade im Weg? Welche Muster stärken uns?“.

Kati: Wozu wir unseren Mitwirkenden im Vorfeld gerne anregen, ist, einen Gegenstand mitzubringen, der nach ihrem Empfinden die Kultur im eigenen Unternehmen widerspiegelt. Diese Methode bewirkt eine erste, intuitive Auseinandersetzung mit der eigenen Unternehmenskultur.

Wo kann ich mich bei Interesse anmelden?

Kati: Du kannst dich bei unserer Pionierin Alina anmelden oder direkt über unsere Website. Hier findest Du auch noch weitere Informationen rund um den Culture Pioneer.

Und hier geht’s zu Teil 1 des Interviews, wenn Du mehr zum Thema Unternehmenskultur erfahren möchtest.

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