„Wer in der Mitte hüpft und ein Pferd hat, ist der Chef“ – Teil 2

Wie Corona Statussymbole unsichtbar macht

Hierarchie

Eckbüro und Geschäftsführungsparkplatz haben in Corona-Zeiten ihre Sichtbarkeit verloren. Ist das Arbeiten dadurch hierarchiefreier geworden? Oder wird Status virtuell einfach anders abgebildet? Fragt André sich – und Dich (Bild: MetsikGarden/Pixabay).

Vor einigen Jahren habe ich einen Blogbeitrag geschrieben, in dem es um die Statussymbole von Führungskräften geht. Meine Kinder waren damals beim Turnen und stritten sich mit anderen Kindern um ein Gummipferd. Wer das Pferd hatte, rief dann immer: „Wer in der Mitte hüpft und das Pferd hat, ist der Chef!“

Ich habe mich damals gefragt, was in unseren Unternehmen das Gummipferd – also die Statuselemente – in unseren Unternehmen sind.

Nun kam die Corona-Krise und die meisten haben in den letzten Wochen im Homeoffice gearbeitet. In vielen Videokonferenzen habe ich festgestellt, dass die bisherigen Statussymbole im Homeoffice nur noch bedingt Relevanz haben.

Statussymbole in Zeiten der Corona-Krise

Ich habe mich gefragt, was die aktuellen Statussymbole in der virtuellen Zusammenarbeit sind, wenn 

  • das Auto die ganze Zeit in der Garage steht
  • die Parkplätze der Geschäftsführung vor der Tür leer stehen, weil wir alle im Homeoffice arbeiten
  • die Assistentin oder der Assistent den Meeting-Raum nicht mehr einzudecken braucht
  • das fulminante Eckbüro mit tollem Ausblick verwaist ist
  • die imposante und vielsagende Körpersprache einiger Führungskräfte in den Meetings nicht eingesetzt werden kann, wo wir heute nur aus Mimik und Gestik Schlüsse ziehen können
  • die Marken-Kleidung und das Outfit, das den Status im äußeren Erscheinungsbild ausdrückt, irrelevant geworden sind, da heute viele vergessen, sich auch im Homeoffice „adäquat“ zu kleiden

Gerne würde ich mit Dir diskutieren: Fördert Homeoffice hierarchiefreieres Arbeiten, weil die bisherigen Statuselemente verschwimmen oder verschwinden? Woran erkennst Du die „ranghöchste Führungskraft“ in einem virtuellen Meeting? Was sind denn aus Deiner Sicht die Statuselemente in der virtuellen Welt geworden?

1 Kommentar

  1. Spannendes Thema – und gleichzeitig beobachte ich auch, dass gerade durch den Wegfall dieser Statussymbole eben auf andere Weise versucht wird, die Macht zu manifestieren. Z.B. durch das Einführen von Kontrollinstrumenten. Oder den Wunsch, so bald wie möglich wieder mit allen vor Ort zu sein. Dennoch glaube ich, dass das virtuelle Arbeiten grundsätzlich förderlich sein kann, um in bestimmten Themenfeldern hierarchiefrei unterwegs zu sein. Weil die Statussymbole wegfallen. Und alle erst einmal virtuell die Hand heben, bevor sie sprechen. Im Idealfall ;).

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