Muttertag 2020: Alles anders?

Ein emotionaler Lagebericht von Esther

Ich will keine Rosen – ich will einen Blumenstrauß verschiedener Lebenskonzepte und damit verbundener Frauenwürde. Nein, viel mehr: Menschenwürde!
(Foto: www.unsplash.com Foto von Delia Giandeini)

Ich bin damit großgeworden, dass es am Muttertag Blumen für die Mutter, die Hausfrau, gab. Es wurde auch ein wenig mehr als sonst im Haushalt geholfen. Das Kochen hat meine Mutter weiterhin übernommen. Alles andere hätte übel geendet …

Rollenmuster aus alten Zeiten dank Corona?

Heute habe ich eigentlich ein entspanntes Verhältnis zum Muttertag. Denn ich finde, bei uns müsste es der Elterntag sein. Mein Mann und ich rocken gleichermaßen Kinder, Job und Haushalt. Nur mit aufgeteilten Aufgaben – je nach Kompetenz, Zeit und Spaß. Dieses Jahr aber hat der Muttertag für mich ein Riesengeschmäckle. Mit Erschrecken nehme ich wahr, wie zigtausende Haushalte in Deutschland in Rollenmuster rutschen, in denen sie vor Corona nicht waren.

Mein Mann und ich teilen uns auch zu Coronazeiten die Lasten. Um mich herum höre ich jedoch Aussagen wie „Mein Mann geht morgens hoch in sein Homeoffice-Zimmer und kommt zum von mir gekochten Mittagessen kurz runter. Dann sehe ich ihn abends um 21 Uhr wieder.“ oder „An Tag 1 von Corona hat mein Partner mein Arbeitszimmer erobert und zu seinem gemacht. Ich arbeite im Wohnzimmer, um mich herum die Kinder im Homeschooling.“.

Was passiert da gerade? Die schwierige Zeit, in der wir gerade sind, haben wir verdammt noch mal gemeinsam zu tragen! Und wütend bin ich auch. Ich habe den Eindruck, dass wir Familien mit Kindern dem staatlichen System total egal sind. Na ja, sollte mich vielleicht nicht wundern bei all den alten EntscheiderInnen, die unsere Situation gar nicht verstehen, weil sie schon lange aus dieser Zeit raus sind oder generationsbedingt einfach völlig andere Lebenskonzepte hatten. Ich bin übrigens bei weitem nicht die Einzige, die sich so fühlt! So, das musste jetzt mal raus. Genug gejammert.

Starke Frauen bei HR Pioneers

Ich möchte den Fokus auf die tollen Frauen lenken, die bei uns Pionieren arbeiten. Da sei meine Kollegin Maike Goldkuhle genannt, die – anstatt zusammenzubrechen mit drei kleinen Kindern zu Hause – immer noch in der Lage ist, einen fröhlichen Blogbeitrag zu schreiben und Kunden glücklich zu machen. Das soll Euch LeserInnen jetzt nicht unter Druck setzen! Bitte jede nach ihrer Kraft! Und so gibt es andere KollegInnen, die sich jetzt aufopferungsvoll um ihre Mütter kümmern, für sie einkaufen und ihnen emotionale Stabilität in ihrer Einsamkeit geben. Auch ihnen gilt der Muttertag!

Und dann gibt es da noch meine wundervolle Kollegin Nora, die mir durch ihr Zuhören immer wieder emotionale Stabilität gibt. Wie übrigens alle KollegInnen aus der Emosi-Initiative. Nicht zu vergessen: Astrid, die mit drei Kindern zu Hause André den Rücken freihält, damit er sich in diesen turbulenten Zeiten um sein Unternehmen, also uns Pioniere kümmern kann. Wie sie das so meistern, ist hier nachzulesen.

Einander Mut machen

Es lässt sich nicht schönreden. Die Zeit ist für uns Mütter einfach hart. Denn die ganzen Netzwerke, die wir uns in Jahren so mühsam aufgebaut haben, helfen uns gerade nicht. Unsere Systeme sind weggebrochen. Stattdessen versuchen wir mal wieder, alles unter einen Hut zu bringen. Der Hut ist riesig und schwer. Und deswegen möchte ich heute all unseren Müttern einfach mal danke sagen:

Ihr seid klasse und mit Euch ist die Welt ein großes Stück wärmer und bunter!

Aber tragt diesen Hut nicht alleine, sondern verteilt die Lasten gleichberechtigt. Macht den Hut passend für Euch, egal welches Rollenmodell Ihr einnehmen mögt. Aber dann fordert es auch ein!

Ich möchte Euch als Ermutigung einen Text mit auf den Weg geben, der mich derzeit durch diese Zeit trägt. Eine andere tolle Frau hat ihn mir „geschenkt“:

Verliert Euch nicht


Quirinius: “Wenn ich heute zu Euch rede, sage ich zuerst: Verliert Euch nicht. Das kann so schnell gehen. Ich weiß, wovon ich rede. Als Statthalter von Syrien war ich schnell von Papieren, Listen, Fragen und Erwartungen der Anderen umgeben. Man hätte doch eine Aufgabe zu erfüllen, eine Rolle zu spielen, Pläne, Grenzen …”

Dann sieht man die Sterne nicht mehr und hört nicht mehr hin, wenn von Wundern erzählt wird. Fantasie, Träume und Hoffnungen verlieren sich. Und Du merkst nicht, dass Du es bist, die – zwischen den Stühlen – verloren geht, mit Herz und Seele. Deshalb: Verliert Euch nicht. Oder besser, findet Euch wieder. Die Aufgaben bleiben, aber die Zwischenräume könnt Ihr weiten. Dass genug Raum bleibt für Dich. Wie Gott Dich gewollt hat. Mensch, ein Herz, das hüpft vor Liebe, mit Mut. Und dass ein guter Stern über allem steht … Verliert Euch nicht.

(Aus “Der andere Advent”)

Das wünscht Euch Esther

Ideenjägerin bei HR Pioneers und Mutter

 

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