In drei Minuten zum Fernsehstar

Homeoffice Story Familie Römer – Teil 2

Unsere Esther war im Fernsehen! Wir sind stolz. Und sie berichtet, was das bewirkt hat und wie es in Familie Römer im Lockdown weitergeht.

 

Es ist Donnerstag, der 16. April 2020. Der Tag, nachdem die neuen Bestimmungen zum Corona-Lockdown verkündet wurden. Ein Lichtblick für viele kleine Einzelhändler, ein Schlag in die Magengrube für uns Familien. Ich fühle mich wie betäubt, als ich vernehme, dass bis auf weiteres keine Rückkehr zur Schule für unsere beiden Kinder möglich sein wird. Da sie nicht in Übergangsklassen gehen, wird die Harakiri-Situation „zu Hause arbeiten und parallel Homeschooling betreiben“ auf unbestimmt fortgeführt. Es war naiv von mir, zu glauben, dass es nach den Osterferien Hilfe für uns berufstätige Eltern geben und ein schrittweiser Weg zu etwas Neuem möglich sein würde. Das wird mir jetzt klar. Wir haben fünf Wochen die Arschbacken zusammengekniffen. Doch jetzt können wir nicht mehr. Uns fehlt jegliche Perspektive, wie wir das auf unbestimmt durchhalten sollen.

Die ARD kommt vorbei

Es ist 12 Uhr und mitten in unserem Marketingaustausch klingelt das Handy Sturm. Astrid ruft an und berichtet mir von einer Anfrage der ARD. Sie suchen eine Familie, bei denen beide Eltern in nicht systemrelevanten Berufen berufstätig sind, die weiterhin arbeiten und deren Kinder auf unbestimmt zu Hause beschult werden müssen. Am besten in einer Wohnung ohne Garten. Alles Punkte, die auf uns zutreffen. Die ARD möchte wissen, wie es uns damit geht. Ich überlege kurz. Eigentlich gehört mein Privatleben nicht ins Öffentliche. Aber ich denke: Das ist mein Moment, stellvertretend für alle betroffenen Familien Flagge zu zeigen. Ich frage kurz unsere Kinder, ob es in Ordnung für sie sei, wenn gleich ein Fernsehteam aufkreuzt? „Ja, Mama, aber wir verstecken uns dann …“ So ganz stimmt das dann später ja nicht. Frida wird in einer für mich beeindruckenden Art und Weise berichten, wie es ihr mit Corona geht. Mein kleiner großer Fernsehstar 😉

Wenn Du den Beitrag anschauen möchtest, findest Du in in der ARD Mediathek.

Fernsehen wirkt!

Wie geht es uns nun eine Woche später? Und was hat das Ganze ausgelöst? Auf jeden Fall Medienwirksamkeit. Waren ja auch zirka 8 Millionen Zuschauer … Aber viel wichtiger: Die zu fast 100 % sehr wertschätzenden Nachrichten und Hilfsangebote von Freunden, entfernten Bekannten und völlig Unbekannten geben mir Kraft. Danke Euch Allen!

Wir sind nicht alleine

Es gibt derzeit schätzungsweise 6 Millionen betroffene Familien, die minderjährige Kinder zu Hause unterrichten und wo gleichzeitig beide Elternteile arbeiten. Dann gibt es auch noch unzählige Familien, wo nicht beide arbeiten, dennoch die Wiederaufnahme des Unterrichts für die Kinder dringend nötig wäre. Und was machen wir? Wir sperren unsere Kinder auf unbestimmte Zeit zu Hause ein!

Es gäbe auch andere Möglichkeiten. Man möge einfach mal den Blick Richtung Niederlande oder Schweden werfen. Ich bin gespannt, wie deren Experiment ausgeht. Keinesfalls möchte ich damit sagen, dass ich es besser weiß, aber ich erzähle, was die Situation mit uns macht. Sie macht uns fertig!

HR Pioneers werkelt weiter – am Portfolio und an der Haltung

Bei HR Pioneers haben wir direkt einen Tag nach der Ausstrahlung im ARD unsere Townhall mit Review und Planning unserer Projekte. André gibt, wie nun zu Coronazeiten üblich, seine Lage zur Organisation bekannt mit dem Titel „Die Lage ist ernst und …“ ein Silberstreif und viele Lichtblicke in der verworrenen Zeit. Wir probieren neue Formate wie den Agile People Summit aus. Unsere Kunden sind begeistert, dass wir unsere Trainings nun auch virtuell anbieten und das Feedback zu den ersten Terminen ist toll! Aussagen wie „Wundervolles Format, super Mix an Theorie und Praxis, spannende Menschen, achtsame und schöne Moderation“ sind da nur Beispiele.

Mein persönlicher Lichtblick

André erwähnt, dass wir es zunächst weiterhin ohne Kurzarbeit versuchen, trotz der ernsten Lage. Aber dass es durchaus eine Option für diejenigen gebe, denen das ggf. aus privaten Umständen helfen würde. Damit bin ich doch gemeint, oder? Ist das die Lösungsoption für uns als Familie? Aber selbst wenn nicht, wir finden andere Lösungen. Ich kann einfach mal ein paar Wochen weniger arbeiten, so schwer es mir fällt. Irgendwann gibt es wieder andere Zeiten. In der Krise zeigt sich, ob eine Organisation auch das lebt, was sie verkündet und berät. Und ich kann aus tiefstem Herzen sagen: Ja, bei uns ist das der Fall!

Die Schule kommt in Schwung


Und, bei all meiner Emotion in der Sendung, muss ich unseren Lehrern zu Gute halten, dass sie aktiv werden. Fridas Lehrerin rief gestern Frida an und tauschte sich mit ihr aus. Das hat unserer Tochter so gutgetan! Verschiedenste Apps und Lernumgebungen werden nun getestet. Es tut sich also etwas in der Schullandschaft. Vielleicht brauchte es diesen schmerzhaften Schubs. Wäre nur schön, wenn er weniger stark auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werden würde. Und: Unsere LehrerInnen sind ja oft auch Eltern und somit Mitbetroffene.

In unserer vierten Remote Challenge hatten wir die Check-in-Frage „Wofür bist Du heute dankbar“. Diese zu beantworten, nehme ich mir nun vor. Ich schreibe jeden Tag drei Dinge auf, für die ich dankbar bin und die schön sind. Heute z. B.: Zur Mobilisierung meines Sohns während der Unterrichtszeit springen wir spontan gemeinsam zu dem Lied „So ein schöner Tag“ durch das Wohnzimmer.

Und? Wofür bist Du heute dankbar? Worüber freust Du Dich?

Willst Du wissen, wie wir als Familie in den Corona-Alltag eingestiegen sind? Das findest Du im ersten Teil unserer Homeoffice Story.

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