Mein Wertegefährte für sinnstiftendes Handeln

Unser Wertegefährte löst erfreulich viel Begeisterung aus. Was interessiert die Menschen an der Werte-Arbeit?

Und was hat das mit Esthers Krankenhausaufenthalt zu tun? Fragen über Fragen, die sie hier beantwortet.

Es ist ein sonniger Morgen und ich sitze im Krankenhausgang. Ich hoffe darauf, dass jemand schon wissen wird, was zu tun ist. Endlich wird das Metall entfernt, das mich seit meinem Fahrradunfall im letzten Jahr ziert. Ich werde begrüßt mit: „Platz haben wir für Sie nicht!“ Na gut, ich nutze die Zeit, um auf die letzten Monate zurückzublicken. Das erste Quartal war von der Entwicklung des Wertegefährten bestimmt. Sein Ursprung liegt auch in diesem Unfall begründet. Unfreiwillig herausgerissen, hatte ich Zeit, mir über das, was mich antreibt, was mich bewegt, Gedanken zu machen. Was bewirke ich mit meinem Tun bei HR Pioneers? In den letzten Jahren hatten wir einige Spiele entwickelt wie z. B. die Agile Challenge, die Führungskräfte auf dem Weg zur agilen Haltung unterstützt. Aber das reichte mir nicht mehr. Ich wollte etwas entwickeln, was tiefer und nachhaltiger wirkt und unseren Kunden auf ihrer Reise hilft.

Und was kann es Elementares geben, als an den eigenen Werten zu arbeiten?

Einerseits sind Werte universell anwendbar, aber gleichzeitig auch sehr persönlich (unterschiedlich) und nur schwer zu beeinflussen. Sie bestimmen unser Verständnis der Weltordnung und davon, wie wir miteinander umgehen wollen.

Kürzlich ging ein Aufschrei über den Vortrag von Verena Bahlsen auf der OMR 2019 durch die Medien. Die herausgerissenen Zitate bezüglich Jacht empörten mich auch zunächst, doch dann habe ich mir ihren Vortrag angehört. Eigene Meinung bilden und so … Einige ihrer Ausführungen haben mit Werten zu tun, die wir im agilen Umfeld fokussieren. Nicht ohne Grund haben unsere Kunden in der Umfrage, welche Werte wir fokussieren sollen, Sinnstiftung als wichtig bewertet. Denn sinnstiftendes Handeln ist für uns nicht nur persönlich wichtig, sondern auch oder gerade im Unternehmensumfeld. Es fällt immer schwerer, motiviert in einer sinnentfremdeten Arbeitsumgebung zu arbeiten. Verena Bahlsen führt in dem Gespräch aus, dass sich Unternehmen bislang meist entweder nach „Wachstum“ ausrichten oder nach „Profitabilität“. Unternehmen werden gegründet, wachsen und wachsen und irgendwann verlagern sie ihren Fokus auf die profitable Ausgestaltung ihrer Unternehmensstrukturen etc., um noch das letzte Quäntchen herauszuholen. Nicht selten bleibt da der Kunde auf der Strecke.

Wie wäre es, wenn es noch eine dritte Ausrichtung gäbe: Wirksamkeit?

Verena Bahlsen nennt es Impact. Wirtschaft soll wieder als das Vehikel gesehen werden, das uns als Gesellschaft voranbringt. Ich bin der Meinung, dass Wirtschaft uns als Gesellschaft dienen soll und das tut sie, indem sie Gutes für Mensch, Umwelt und Nachwelt bewirkt. Das kann nicht immer nur das Maximum an Profitabilität sein. Wachstum muss auch eine menschliche Seite haben. Und da bin ich wieder bei der Werte-Arbeit. Wir Menschen wachsen, indem wir uns mit unseren Werten und unseren Haltungen auseinandersetzen. In dem Wertegefährten fokussieren wir uns auf zehn Werte, die wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden als besonders wichtig für Weiterentwicklung im agilen Kontext identifiziert haben:

  1. Transparenz
  2. Kundenzentrierung
  3. Mut
  4. Vertrauen
  5. Kollaboration
  6. Selbstverpflichtung
  7. Offenheit
  8. Respekt
  9. Sinnstiftung
  10. Selbstführung

Jedem Wert stellen wir einen inhaltlichen Teil voran, in dem es darum geht, wieso dieser Wert so bedeutsam ist und wieso uns das Streben danach oftmals schwerfällt. Im Anschluss geht es dann im Arbeitsteil zur Sache — mit Reflexionsfragen wie etwa „Inwiefern hast Du letzte Woche zu Transparenz im Team/Unternehmen beigetragen?“ Workhacks helfen dabei, das Ganze mal anders einzuüben und in Interaktion mit den Kollegen zu vertiefen. Weitere Einblicke liefert Dir die Leseprobe.

Ich fange jetzt hier im Krankenhaus einfach mal mit dem Wert Vertrauen an und übe an mir selbst. Ich vertraue jetzt darauf, dass irgendwann jemand Kompetentes für mich Zeit haben wird und ich in gute Hände gerate. Oder im kölschen Sinne: „Et hätt noch emmer joot jejange.“ — und „Et bliev nix wie et wor.“

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