Beyond Agile: pioneers meetup bei inovex in Köln

meetup bei inovex

Am 04.04.2019 trafen wir uns wieder zu einem pioneers meetup. Diesmal auf dem schönen Carlswerk Gelände in Köln bei inovex. Hier stand alles unter dem Motto „lernen und vernetzen“. So stellte Jasmina die spannende und lehrreiche Reise im HR Bereich von inovex vor, Tillmann und Michael von HR Pioneers gaben im Anschluss einen kurzen Impuls zu dem Kernthema, bevor es dann in eine angeregte Austauschrunde ging.

Beyond Agile

In lockerer und entspannter Runde bei kühlen Getränken und leckeren Snacks (danke für die Organisation, liebes Team von inovex) fand ein Wiedersehen alter Bekannter und ein Kennenlernen neuer Gesichter statt. Circa 30 Gäste hatten Lust sich auszutauschen und neue Impulse zum Thema „Lernen und Vernetzen“ mitzunehmen. Nach einer kurzen Begrüßung startete Jasmina mit ihrem Impulsvortrag zum Thema Agile HR bei inovex.

Inovex´ Reise von der Top-Down Organisation zur Selbstorganisation

Was ist eigentlich dieses Agile HR und wie können wir das für uns nutzen? Mit dieser Frage haben sich Jasmina und ihre Kollegen damals auseinandergesetzt, als sie merkten, dass klassische HR Prozesse nicht mehr funktionierten. Damals hatte der HR Bereich bei inovex ganz typisch einen Personalleiter, unter deren Führung die Mitarbeiter agierten.

Bei schwierigen oder wichtigen Entscheidungen konnten sie sich immer auf ihren Chef verlassen, er hatte das letzte Wort – und trug somit auch die Verantwortung für alle Entscheidungen. Weiterhin berichtete Jasmina von der klassischen Trennung der Mitarbeiter in Personalreferenten, Sachbearbeiter und Recruiter. Klar, das machte die Zusammenarbeit auf Augenhöhe nicht viel leichter.

Dazu kam, dass sich das HR Team wenig strategisch aufstellen konnte. Anfragen und Betreuung von Mitarbeitern wurden reaktiv bearbeitet und der Beitrag von HR zur Erreichung der Unternehmensziele fühlte sich gering an. So weit so gut. Ernsthafte Probleme mit der alten HR Struktur und den Prozessen entstanden, als eine neue Mitarbeiterin in München startete und nicht mehr alle zusammen an einem Standort arbeiten konnten. Schnell wurde klar, dass ebenso wenig Transparenz über Arbeitsschritte, Vereinbarungen und Beschlüsse vorherrschten, wie digitale Tools, um auch über die Distanz erfolgreich miteinander arbeiten zu können.

So begann die Reise und inovex hat gelernt, wie HR selbstorganisiert wirksam werden kann. Heute sind viele digitale Tools, wie zum Beispiel Trello oder Jira, im Einsatz, um sich – auch über die verschiedenen Standorte hinweg – zu organisieren. Das strategische Backlog sorgt für eine proaktive Ausrichtung des HR Bereichs gemäß der Unternehmensziele – auch wenn es oft noch schwierig ist, die strategischen Themen neben den alltäglichen To-dos zu priorisieren.

So kann HR heute mehr Wirksamkeit bei den Kollegen erzielen, nicht zuletzt auch, indem der Bereich als Querschnitt durch die anderen Bereiche im Organigramm aufgehängt ist. Außerdem werden Entscheidungen nun selbstorgansiert und im Team getroffen. Nicht immer einfach und auch hier stellen sich Jasmina und ihren Kollegen noch oft die Frage, ob bei jeder Entscheidung auch wirklich alle involviert sein müssen. Aber man lernt schließlich nie aus.

So arbeiten sie seit jeher mit einem Coach zusammen, der ihnen bei der agilen, selbstorganisierten Arbeitsweise zur Seite steht. Nicht zuletzt haben Retrospektiven und andere Feedback Formate dazu beigetragen, dass sich die selbstorganisierte Zusammenarbeit innerhalb, sowie die strategische Ausrichtung und die Betreuung der Kollegen durch die agile HR verbessert hat.

Vernetzung und Lernen in einer komplexen Umwelt sind essentiell

Nachdem Jasmina ihre lehreiche Reise vorgestellt hat – übrigens ganz pragmatisch und anschaulich mit Karten auf einem Flipchart, starteten Michael und Tillmann mit ihren Impulsvortrag zu Beyond Agile.

Agilität ist in aller Munde und vielerorts als Buzzword verschrien. Und nun auch noch Beyond Agile, was sollte uns das sagen? Nun, zunächst einmal blickten wir zurück ins Jahr 2001, denn hier wurde das Fundament und Werte-Gerüst von Agilität in Form des Agilen Manifests veröffentlicht. Auch wenn das Manifest damals eine eindeutige IT Prägung hatte, Agilität war aber damals schon mehr als Methoden wie Scrum oder Kanban. Diese Tatsache nutzten die zwei, um uns den Unterschied zwischen Doing und Beeing Agile näher zu bringen. Agile Methoden und Praktiken können nur ihre Wirksamkeit entfalten, wenn Werte wie Mut, Offenheit oder Fokus und Prinzipien wie Selbstorganisation, Inspect and adapt und Pull verinnerlicht und gelebt werden.

Heute ist das agile Manifest volljährig und seitdem ist einiges passiert. Die Digitalisierung wirkt heute als Katalysator für eine immer schnellere Vernetzung und digitale Durchbrüche, was einen erheblichen Einfluss auf unsere Lebens- und Arbeitswelt hat:

  • Globalisierung und Wettbewerb
  • Wissens- und Datenökonomie
  • Transparenz und Kundenmarkt
  • Disruptive Innovation
  • Wertewandel
  • Globale Umwälzungen

Alle diese Phänomene sind uns genauso bekannt, wie ihre Auswirkungen: es gibt keine klaren Ursache-Wirkungszusammenhänge mehr, Dinge verändern sich ständig und Best Practices gehören der Vergangenheit an.

Aber was bedeutet das für unsere alltägliche Arbeit und unseren Umgang mit Lernen und Vernetzen?

Die Welt verändert sich

Nun. Zunächst einmal müssen wir akzeptieren, dass sich die Welt während unserer Lebenszeit ständig gravierend verändert und sich die Halbwertszeit von Wissen immens verringert. Es geht nicht nun mehr nur darum, Fähigkeiten ein einziges Mal – zum Beispiel während des Studiums – zu erlernen, sondern vielmehr um eine Persönlichkeitsentwicklung, um Anpassungs- und Reflexionsfähigkeit und darum, lebenslanges Lernen zu lernen.

Doch wie findet Lernen nun eigentlich statt? Hierzu stellte Tillmann das 3 Zonen Modell vor, welches anschaulich beschreibt, wie durch Erregung und mentale Reflexion Lernen entstehen kann. Dazu müssen wir uns aus unserer Komfortzone bewegen, dürfen uns aber auch nicht überfordern – in der Panikzone ist Lernen nämlich auch nicht mehr möglich. Spannend ist hier vor allem der Punkt, dass wir in unserer komplexen Umwelt nicht mehr länger nur von individuellem Lernen ausgehen können, sondern dass eine kollektive Intelligenz entstehen muss. Dazu braucht es vor allem einen starken Austausch über das Erfahrene, eben eine Vernetzung!

Anpassen an eine turbulente Umwelt

Doch was hat das nun mit Agilität zu tun? Eine ganze Menge erklärt uns Michael. Denn Agilität beschreibt die Anpassungsfähigkeit an eine komplexe, turbulente und unsichere Umwelt und setzt damit Lernen und Entwicklung voraus. Schaut man sich aber in der agilen Arbeitswelt um, findet Lernen und Vernetzung häufig nur auf Teamebene statt. Doch die neuen Herausforderungen, die die steigende Komplexität und die Marktanforderungen mit sich bringen, betreffen nun nicht mehr nur einzelne (agile) Teams, sondern ganze Organisationen bzw. auch die gesamte Gesellschaft und damit jeden einzelnen von uns.

Spätestens, wenn wir uns Herausforderungen wie das Gesundheits- und Bildungssystem oder die Entwicklung von künstlicher Intelligenz oder den Klimawandel anschauen, erkennen wir, dass die Ebenen wohl kaum voneinander zu trennen sind. Hier können sicherlich agile Ansätze übertragen werden, von Agilität im eigentlichen Sinn kann aber nicht mehr die Rede sein. Spätestens hier sind wir Beyond Agile, so Tillmann und Michael.

Austauschen und Vernetzen

Nach den spannenden Impulsen und vielen Eindrücken hatten alle Teilnehmer große Lust, das Thema Lernen und Vernetzen weiter zu vertiefen. Die Gastgeber luden dazu zu einer interaktiven Austauschrunde ein. Wir bildeten vier Gruppen und diskutierten darüber, wie Lernen und Vernetzen auf den Ebenen Individuum, Team, Organisation und Gesellschaft gefördert werden kann.

Im Anschluss teilten wir unsere Erfahrungen aus den Gruppen mit allen Gästen. Als Fazit nehmen wir mit, dass vor allem auf der Gesellschafts-Ebene viele Herausforderungen auf uns warten, die nicht immer trivial und einfach zu lösen sind. Aber wir bleiben dran!

Zum Abschluss konnten alle den Abend nach Belieben ausklingen lassen oder weitere Aspekte und offene Fragen miteinander diskutieren. Wir hatten viel Spaß und bedanken uns bei inovex und allen Gästen für den spannenden Abend! Wir freuen uns auf das nächste pioneers meetup mit euch!

 

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