Das war die Agile HR Conference 2018

Aus der Sicht einer Pionierin

So viel Vorbereitung, so viel Input und Geselligkeit – und schon ist sie um, die Agile HR Conference 2018. Wir haben zusammen gelernt und vernetzt, gefeiert und getanzt, wie es sich für eine Familienfeier gehört. Denn genau das war es für uns: Ein Treffen unter Gleichgesinnten, die sich vielleicht nicht alle gut kennen, die aber alle dasselbe verbindet. Auch hier gab es wie bei jedem Familientreffen sowohl hitzige Diskussionen, als auch traute Verbundenheit – und jede Menge gutes Essen.

Von Netzen und Fuck-Up’s

Vor allem für mich als „Erstteilnehmerin“ war es eine positive Überraschung, wie unkompliziert und locker die Teilnehmer der Konferenz miteinander ins Gespräch kamen. Agilität, für mich noch weitestgehend Neuland, war dabei fast Nebensache, eher das grundlegende Konstrukt im Hintergrund. Viel wichtiger (und das machte André Häusling gleich zu Beginn klar): Vernetzung. Viele Pausen, in denen man mit seinen Sitznachbarn ins Gespräch kam. Denkanstöße. Und vor allem: Austausch. Zu Ideen, Gedanken, Vorgehensweisen und Erfahrungen.

Der Wunsch nach Ratschlägen und Inspirationen, um voneinander zu lernen, war allgegenwärtig. Die sogenannten „Fuck-Up’s“ (Geschichten vom Scheitern und auch vom Wieder-Aufstehen) fanden dabei den größten Anklang. Denn woraus lernt man besser als aus Fehlern? Vor allem, wenn sie schon einer vor einem gemacht hat. Und so mutig ist, darüber zu berichten.

Von der Vision zur Umsetzung – die Vorträge 2018

Grandios dargestellt hat diese Art des Experience-Sharings vor allem Marco Luschnat, CEO der Ministry Group. Mit viel Witz und Charme zeigte er nicht nur auf, was für wundersame Neuerungen mit etwas Vertrauen in das Team tatsächlich funktionieren – sondern auch, was dabei gründlich in die Hose gehen kann. Apropos Vertrauen: Da konnte auch Sacha Storz von der Techdivision GmbH jede Menge qualitativen Input bieten. Frei nach dem Motto: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“ Am Ende sind es auch im Büro die zwischenmenschlichen Beziehungen, die zählen. Die gilt es zu stärken und zu festigen.

Neben meinen zwei persönlichen Favoriten durften wir noch viele andere großartige Referenten erleben. Da war zum Beispiel Thomas Klein, seit neuestem Talent Lead bei The Jodel Venture GmbH, der eine neue Art der Karriereleiter vorstellte, die auch ohne Top-Down-Ansatz möglich ist – und individuell anpassbar. Frank Felten erzählte, wie sogenannte „Doughnuts“ die PTV Group in die Zukunft führten. Und Maike Goldkuhle gab wertvolle Best-Practice-Tipps aus Sicht der HR für den oft steinigen Weg der agilen Transformation.

„Machen ist wie wollen, nur krasser“

Auch dieses Jahr gab es auch wieder Impulse von Menschen aus ganz anderen Branchen; man kann schließlich am besten aus verschiedenen Blickwinkeln lernen. Wie André in seinem Vortrag erwähnte, „träumen wir davon, dass Zusammenarbeit in Organisationen neu und anders gedacht und gelebt wird. „Machen ist wie wollen, nur krasser“.

Neben der Bundeswehr hielten erstmalig Vertreterinnen der Initiative „Schule im Aufbruch“ einen Vortrag. Margret Rasfeld und eine Schülerin aus Berlin rührten mit ihrem Thema „Bildung der Zukunft für die Zukunft der Welt“ viele Teilnehmer zu verstohlenen Tränen. Sie zitierten die Musterbrecher mit „Primat der Effizienz macht Organisationen seelenlos und verletzlich“. Anstatt aber bei dem düsteren Bild zu verweilen, nahmen sie uns mit auf ihre persönliche Reise in neue Schulwelten, wo es Fächer wie „Selbstverantwortung“ gibt, wo Lehrer zu Coaches werden, wo die Schüler auf eine Reise geschickt werden, die sie herausfordert und stärkt.

Eine Community von Pionieren

Generell war es eine Freude, zu sehen, wie die meisten Referenten für ihre Themen brannten – und wie sich dieses Feuer auf die Zuhörer ausbreitete. Die Diskussionen wurden leidenschaftlich und zugleich respektvoll bis zur letzten Sekunden befeuert. Auch im Special Track war der allgemeine Elan zu spüren. Hier wurden in einer Runde von 60 Teilnehmern „Warped Juggle“ und andere spielerische Elemente für Transformationen, Führung und HR ausprobiert. Wer zuvor noch nicht gepackt worden war, war spätestens jetzt voll dabei.

Auch ohne Vorwissen spürte ich, wie diese Energie auf mich überschwappte. Da saßen nicht nur 350 stumme Zuhörer zusammen – ich war Teil einer unglaublich offenen Gemeinschaft, die dieselben Werte teilt, dieselben Ziele und denselben Willen, für diese Ziele Erfahrungen auszutauschen, zu lernen und zu brennen. Und dieses Gefühl hielt sich. Auch in den Pausen, als mich immer wieder Teilnehmer ansprachen und wir uns für einen kurzen Plausch zusammensetzten. Oder auf der Tanzfläche, als aus vielen unbekannten Gesichtern dieselbe Freude strahlte.

Zwei Tage voller Ideen und Austausch liegen hinter uns. Zwei Tage, die aus Teilnehmern, Referenten und Veranstaltern eine Community von Pionieren gemacht haben (und das im doppelten Sinne: Hier geht es zur Pioneers Community und hier für alle, die nicht bei der Konferenz waren). Müde vom Feiern und aufgekratzt von all den neuen Eindrücken sitzen wir zusammen im Restaurant und reden alle durcheinander. Von unseren Eindrücken. Den Gesprächen. Der unfassbar schönen Location und dem top organisierten Team von Balloni. Und freuen uns zugleich schon auf das nächste Jahr. Denn eine Familienfeier wie diese hat vor allem eines: Wiederholungsbedarf.

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