Praxiseinblicke – was erlebt TUI.com auf ihrer agilen Reise?

Blogreihe zum Herausgeberwerk
"Agile Organisationen" Teil 4

Jeder agile Weg ist individuell und einzigartig. Die einen fahren gerne mit einem Campingvan auf Reisen, andere nehmen den Bus oder den Zug. Wieder andere nehmen das Schiff oder fliegen – wie die TUI.com. Steige nun mit ein in das Flugzeug der TUI.com, dessen Ziel Agilität ist. Auch, wenn der Weg in der Luft weniger steinig zu sein scheint, gibt es auch hier Gegenwind und Turbulenzen, die Du miterleben wirst.

Wenn Du unseren letzten Beitrag aufmerksam gelesen hast, ist Dir noch in Erinnerung, dass Austausch mit anderen Unternehmen sehr wichtig ist. Bei jedem neuen agilen Schritt solltest Du immer wieder externe Perspektiven betrachten, selber von Anderen lernen und auch Deine Mitarbeiter und Manager davon überzeugen sich mit Anderen auszutauschen. So kannst Du sicherstellen Dich und Dein Unternehmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und mit unverstelltem Blick neue Ideen zu generieren. Um Dir erste externe Perspektiven zu geben, findest Du zahlreiche Praxisbeispiele in unserem Herausgeberwerk mit unterschiedlichen Dimensionen im Fokus. Unter anderem auch von TUI.com, deren Weg wir Dir im Groben schon hier vorstellen und Dir Einblicke in ihren Wandel auf der Prozess-Dimension geben.

Mit wem fliegen wir jetzt genau? Wer ist TUI.com?

Die TUI.com unterstützt als E-Commerce-Plattform für die TUI in Deutschland, Österreich und der Schweiz den weltweit führenden Touristikkonzern der TUI Group. Kern ihrer Unternehmenskultur ist dabei die globale Verantwortung für nachhaltiges wirtschaftliches, ökologisches und soziales Handeln. Bestehend aus 80 Mitarbeitern bearbeitet die TUI.com Online-Marketing, Trading, Analytics, Product Development und Operations.

Warum ist die TUI.com überzeugt von Agilität als erstrebenswertes Reiseziel?

Die TUI.com setzte sich nach einem weniger erfolgreichen Relaunch ihrer Website im Jahr 2012 das Ziel stärker im Sinne des Kunden – agiler – zu arbeiten. Dazu formulierten sie konkret das Ziel die relaunchte Plattform fortlaufend zu optimieren. Dafür trafen sie die Entscheidungen die Entwicklungskompetenz intern neu aufzubauen, auf externe Entwicklungspartner zu setzen und schneller auf den Markt zu reagieren. Seitdem hat die TUI.com ihr Ziel der Plattformoptimierung mehrmals ändern und ihre Route den ständigen Anforderungen „von Außen“ anpassen müssen. Denn erwünscht wurde eine komplett neue Plattform für den deutschen Markt bzw. später für den internationalen Einsatz. Dabei wurden begonnene Projekte selten beendet und die Stimmung betroffener Mitarbeiter war diesbezüglich eher schlecht. Dennoch konnten sie viel daraus lernen. Vor allem entwickelte die TUI.com eine Haltung, sich auf gemeinsame Werte zu besinnen und damit das Bild einer agileren Organisation zu schärfen. Dadurch fanden sie immer mehr überzeugende Argumente, dass der agile Weg zu besseren Lösungen und Produkten für den Kunden führt. Dabei nennt die TUI.com folgende Grundpfeiler, die ihr in jeder Phase immer wieder zu Erfolg verhalfen:

  • Kundenprobleme kennen und lösen
  • schnelles, wiederkehrendes Kundenfeedback
  • eine Vielzahl unterschiedlicher Disziplinen und Fähigkeiten vereinen
  • Mitarbeiter, die bereit sind, agil zu arbeiten und diese durch eine Umgebung des Vertrauens zu motivieren
  • Einfacher denken statt in der Komplexitätsfalle gefangen zu sein
  • flexible Software-Architektur mit weniger Abhängigkeiten
  • jederzeit ohne Ausfall für den Kunden neue Features live stellen.

Was bedeutet Agilität auf Prozessebene bei der TUI.com?

Die TUI.com startete nach dem Relaunch 2012 mit einem Umzug von Hannover nach Berlin in einer neuen Zusammensetzung. Auf rein prozessualer Ebene veränderte sich zu Beginn Folgendes: Daily Stand-ups wurden intern und ein kontinuierlicherer Abstimmungs- und Entwicklungsprozess mit externen Partnern etabliert. Als Priorisierungshilfe entwickelten sie die Flowermatrix – eine Blume als Sinnbild für Wachstum, dessen „Kategorie“-Blätter mit ihren verschiedenen Größen die schnell umsetzbaren Themen identifizieren ließ. Des Weiteren führten sie Scrum ein und starteten dabei mit ihrer Definition des Product Owners.

Wahrscheinlich fragst Du Dich jetzt ebenfalls: Warum genau diese Prozesse, wie lief dessen Umsetzung und wozu führten diese? Schon hier wird deutlich, dass die Prozesse nicht einfach umgesetzt werden konnten und auch keinen Sinn ergeben ohne die anderen Dimensionen unseres Trafo-Modells zu berücksichtigen. Dies zeigt noch einmal, dass Agilität eben NICHT nur das Verändern von Prozessen bedeutet, sondern einen ganzheitlichen Fokus benötigt. Beispielsweise brachte die neue Zusammensetzung der Mitarbeiter am neuen Standort vor allem kulturelle Herausforderungen. Zunächst wurde vor allem Transparenz zwischen allen geschaffen, bei denen die Daily Stand-ups sowie die Flowermatrix verhalfen. Diese Transparenz sorgte für ein größeres Vertrauen. Gleichzeitig hatte die Einführung neuer Prozesse auch Konsequenzen für die Führungs-Dimension. Vor allem bei der Einführung des Product Owners schulte die TUI.com auch ihr Management, um auch dieses von der „guten Seite“ zu überzeugen. Hierbei betont sie vor allem die Schwierigkeit Augenhöhe immer wieder auch hierarchieübergreifend zu schaffen.

Und auch in Zukunft steuert die TUI.com weiter Richtung Agilität

Auf ihrer weiteren Reise hat die TUI.com den ein oder anderen Kollegen verloren, für den die Rahmenbedingungen kein ideales Arbeiten zuließen. Sie verwendete viel Zeit mit sich selber anstatt immer den Kunden zu fokussieren und fing oft wieder von vorne an, was sie gerade erst aufgebaut und dann wieder eingerissen hatte. Dennoch hat die TUI.com nie die Motivation und den Glauben daran verloren Richtung Agilität zu fliegen, um für den Kunden den Extra-Smile zu gehen.

Der Flug mit TUI.com zeigt uns, dass jeder seine individuellen Hindernisse zu überwinden hat und der agile Weg nie gradlinig verläuft. Dabei kommt es nicht darauf an, ob wir über Steine auf dem Boden stolpern, durch hohe Wellen auf dem Schiff reisen oder uns im Flieger den Stürmen stellen müssen – wir sitzen alle im gleichen „Boot“ und können das ein oder andere voneinander lernen. Denn eins hält uns alle zusammen: Unsere agile Haltung und der Wille, die Organisation mitarbeiter- und kundenorientierter zu denken, um den neuen komplexen Anforderungen zu begegnen.

In unserem Herausgeberwerk kannst Du Dich über die weiteren Phasen der TUI.com bis heute und auch ihren Blick in die Zukunft informieren. Dabei geben sie auch neben der Flowermatrix zahlreiche Tipps und Tools bekannt, die ihnen auf ihrem Weg halfen. Gleichzeitig erwarten dich noch andere spannende Praxisbeispiele. Hier kannst du auch das Programm unserer Agile HR Conference sehen, bei dem es vor allem, um den Austausch miteinander geht.

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Bildquelle: www.unsplash.com, Chris Leipelt

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