Haben wir genügend Treibstoff? – Interne Treiber identifizieren

Blogreihe zum Herausgeberwerk
"Agile Organisationen" Teil 5

Die Crew ist an Bord. Wir haben eine Idee davon, wo es hingeht und wie wir starten. Doch bevor es losgehen kann, müssen wir etwas Wichtiges prüfen: Unseren Treibstoff. Ohne ausreichenden Treibstoff brauchen wir uns nicht auf den Weg machen – dann kommen wir nicht weit. Hast Du dich bereits gefragt, was Dich in Richtung Agilität treibt? Was sind die Treiber, also die Gründe, Deines Unternehmens mitzureisen?

Vermutlich sind Dir bei der obigen Frage schon einige Begriffe in den Kopf gekommen, wie Digitalisierung, Vernetzung, Kundenverhalten oder Komplexität. Damit hast Du völlig Recht. Nicht umsonst beschäftigt Agilität so viele Unternehmen. Es ist jedoch keineswegs ausschließlich auf äußere Umstände also externe Treiber zurückzuführen, dass viele Organisationen den Drang verspüren, sich verändern zu müssen. Auch aus sich selbst heraus steigt der Druck. In diesem Blogeintrag beschreiben wir die häufigsten internen Treiber. Kannst Du Dich und Deine Organisation wiederfinden?

Was sind interne Treiber?

Wenn Du Dich an das Beispiel der TUI.com des letzten Blogeintrags erinnerst, war ihr interner Treiber vor allem ein zu geringer Output: Der Relaunch ihrer Website war wenig erfolgreich. In unseren Beratungsgesprächen mit Unternehmensvertretern unterschiedlichster Branchen und Unternehmensgrößen fiel uns auf, dass es häufig ähnliche interne Treiber gibt. Mit diesem Blogeintrag laden wir Dich dazu ein, zu prüfen, ob auch Deine Organisation ähnliche interne Treiber hat und es sinnvoll ist die agile Reise anzutreten. Dazu haben wir vier übergeordnete Kategorien zusammengefasst:

  1. Bürokratie und geringer Output
    Wie bei der TUI.com ist oft der Output nicht zufriedenstellend. In der Vergangenheit bezog sich das oft auf die Produktentwicklungsbereiche, die durch den Druck der Digitalisierung Alternativen suchen, um schneller und besser Kundennutzen zu schaffen. Zunehmend betrifft dies jetzt auch den Rest der Organisation: Die eigene Langsamkeit beunruhigt das Management und nervt die Mitarbeiter. Reportings, Status-Meetings und vieles mehr häufen sich. Dadurch wird sich mehr mit sich selber statt mit dem Kunden beschäftigt. Die Entkopplung zur Kundensicht ist groß und die Sorge steigt, dass dies gefährlich werden kann.
  2. Fachkräftemangel/ Demografischer Wandel
    Um den rasanten technischen Entwicklungen und Neuerungen zu begegnen, wird Expertise und eine Talente-Pipeline benötigt. Die Konkurrenz steigt nicht nur hinsichtlich der Kunden, sondern auch um die vergleichsweise wenigen qualifizierten Nachwuchskräfte. Durch eine agile Positionierung wollen Unternehmen ihre Attraktivität steigern. Die gebrauchten Fachkräfte legen Wert auf ein modernes Arbeitsumfeld mit weniger Hierarchien, einem modernen Führungsverständnis und transparenter Unternehmenskultur.
  3. Wertewandel
    Die potenziellen neuen Mitarbeiter werden somit nicht nur zahlenmäßig weniger, sondern auch immer anspruchsvoller. Viele hängen der Generation Y an, die Wert auf eine kulturelle Passung mit ihrem Arbeitgeber legt. Wertschätzung der eigenen Leistung wird erwünscht. Gleichzeitig sind die Fachkräfte der „vorigen“ Generation X interessiert daran eigene Ideen einzubringen. Sie wollen gefordert und gefördert werden. Dies gilt sowohl für Bewerber als auch für bestehende Mitarbeiter. Agilität steht im Ruf genau diese beiden Bedürfnisse zu erfüllen, weshalb viele Mitarbeiter und Bewerber explizit oder auch nur implizit nach Organisationen mit agile(re)n Werten suchen.
  4. Individualisierung
    Es gibt keine homogene Masse der Mitarbeiter, bei der eine „One-Size-Fits-All“-Lösung Erfolg verspricht. Bestimmte Unternehmensfunktionen denken und funktionieren völlig anders als andere. Somit können sich auch völlig unterschiedliche Kulturen im selben Unternehmen entwickeln. Die Unternehmensführung steht nun vor der Herausforderung den angesprochenen Wertewandel voran zu treiben, ohne dabei die unterschiedlichen internen Voraussetzungen zu vernachlässigen. Jedes Unternehmen muss eine eigene individuelle Lösung finden, um der internen Diversität gerecht zu werden.

Konntest Du Deine Organisation in einer oder vielleicht auch mehreren Kategorien wiederfinden? Was bietet Dein Unternehmen für die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter und Bewerber? Wie erfolgreich seid ihr auf dem Bewerber- und Kundenmarkt?

Interne Treiber fordern uns zum Handeln auf

Wir haben festgestellt, dass oft die externen Treiber Unternehmen dazu bewegen über Agilität nachzudenken, welche Du ausführlicher in unserem Herausgeberwerk nachlesen kannst. Zum Handeln bewegen in vielen Unternehmen letztendlich jedoch die internen Schmerzen.

Das lässt sich auch gut mit unserer Reise vergleichen: Natürlich ist es verlockend mitzumachen, wenn die externen Bedingungen attraktiv sind. Vielleicht ist das Agilitätsland ökologischer oder luxuriöser oder wärmer oder verschneiter – vielleicht auch alles auf einmal. Für jeden ist etwas dabei. Doch die Reise wird erst dann angetreten, wenn die aktuellen Gegebenheiten nicht mehr die eigenen Bedürfnisse decken. Der Ort, an dem man sich jetzt befindet, erfüllt nicht mehr die Erwartungen. Es gibt vielleicht nicht mehr ausreichend Abwechslung, keine erholsamen Schlafplätze oder Ähnliches. Vor allem dann treibt es die Leute weg von dem jetzigen Ort.

Wie sind Deine aktuellen Gegebenheiten? Werden Deine Bedürfnisse und die Deiner Kollegen erfüllt?

 

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Bildquelle: www.unsplash.com, Providence Doucet und Alex Blajan

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