Allgemein | Blog Esther Römer   Kommentieren   

Was ist eigentlich dieses Agile HR? Auf dem Weg zum agilen Menschenagenten

Seit 2014 bieten wir unser Certified Agile HR Training als offenes Training an. Nachdem ich schon so viele begeisterte Stimmen von unseren Trainings vernommen habe, wurde es mal Zeit, mir selbst ein Bild davon zu machen. Eines vorweg: Wenn Du die Denkwerkstatt von Bernd Rutz und Kollegen besuchst, dann schwirrt Dir spätestens am zweiten Abend der Kopf vor lauter Wissen, Inspiration und praktischen Impulsen. Und der erste Arbeitstag nach dem Training ist die Chance für Veränderung!

SimonSinek

Los ging es mit der Frage: Warum arbeiten wir überhaupt agil? An den Golden Circle von Simon Sinek angelehnt, diskutierten wir, wofür agiles HR steht und dass „agil“ eine Frage der Haltung ist (und nicht der Methoden etc.). Es geht darum, sich von einer organisationalen Fehlerkultur in eine Irrtumskultur zu wandeln. Eine Kultur, die Fehler als Bereicherung bzw. Chance zu lernen sieht und es auch tut! Nicht ohne Grund erleben sogenannte „Fuck Up“ Nights derzeit einen Hype.

DemingCycle

Während der zwei Tage stiegen wir Teilnehmer immer wieder in einen regen Erfahrungs- und Instrumentenaustausch ein. Ein ganz einfaches und super anzuwendendes Instrument ist die Starfish Methode. Starfish ist eine Retrospektive Möglichkeit für Teams. Es geht hier darum als Team zu überlegen, welche Aktivitäten weiter ausgebaut werden sollen (more of), was beibehalten wird (keep doin), womit das Team überhaupt erst einmal anfangen sollte (start doing) und was weniger bzw. sogar komplett beendet werden soll (less of und stop doing). Dies erfolgt in der bewährten Post It Methode, indem jedes Teammitglied für jedes dieser fünf Felder Post It`s verteilt. Im Anschluss wird darüber diskutiert und konkrete (!) Maßnahmen werden festgehalten.

Starfish

Der Deming Cycle ist wahrscheinlich vielen bekannt, auch er eignet sich für die Darstellung iterativen Arbeitens. Mit ihm lässt sich gut aufzeigen, wie Prozesse iterativ gestaltet werden können. “Plan“ wird im agilen Verständnis durch „planning“ und ein „backlog“ abgedeckt, in der „Do“ Phase beginnt der „sprint“. In dieser Phase findet in „dailys“ ein kurzer Informationsaustausch statt und Hindernisse (Impediments) werden besprochen. „check/inspect“ ist die „review“ Phase und in der „adapt/act“ Phase wird adaptiert. Hierzu gehören auch die Retrospektiven, um aus Projekten für die Zukunft und als Team zu lernen.

Dies ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt an agilen Instrumenten, viele mehr findet Ihr in unserer Personalmagazin Reihe 2016 unter Veröffentlichungen. In den Beiträgen erklären wir beispielsweise das Spiel Universe of Culture oder die Pioneer Cards.

Wie lassen sich nun die Methoden agilen Arbeitens aus der Software Entwicklung auf HR übertragen? Wie wäre es z.B. mal Euer Recruiting mit einem Kanban Board abzubilden? Neben dem positiven Effekt der schnelleren und transparenteren Bearbeitung von Recruiting Prozessen, nehmt Ihr damit auch eine Vorbildfunktion ein. Ihr signalisiert, dass Ihr agile Anpassungsfähigkeit nicht nur predigt sondern auch vorlebt.

Bei all den Instrumenten, die ich nun erwähnt habe, geht es am Ende nicht darum, agile Methoden überzustülpen! Ohne eine Änderung der Haltung, Denk- und Handelsweisen bringen auch die besten Methoden nichts. Es geht darum seine eigene Haltung und blinde Punkte an sich selber zu entdecken. Herauszufinden, wo ich selber eigenständiges Handeln bei mir und meinen Kollegen/Mitarbeitern verhindere. Das führt am Ende immer wieder zum Thema Selbstverantwortung oder auch dem klassischen Begriff Mündigkeit. Dazu aber mehr in einem nächsten Blogbeitrag!

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