„Leidenschaft bewirkt Veränderung“ – Der Personalmanagementkongress 2016

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“. Unser Besuch des Personalmanagement Kongress vergangene Woche zeigte wieder sehr deutlich, dass der Dichter Matthias Claudius damit absolut richtig liegt!

IMG_8375Und zu zweit kamen Franzi und ich mit noch mehr Eindrücken und Ideen zurück. Erst einmal ein großes Kompliment an die Organisatoren des PMK, die nicht nur das Fokusthema „Leidenschaft“ kommunizierten sondern Leidenschaft in der Umsetzung lebten. Was sind nun unsere wichtigsten Erkenntnisse, die wir mit Euch teilen wollen?

  • Personaler können twittern! Wenn auch nur wenige, dafür umso mehr 😉
  • Der Blick über den Tellerrand in andere Berufsfelder wie z.B. Neurochirurgie in der Charité oder Einblicke in die Welt einer Kriegsreporterin sind hochgradig spannend.
  • Mein persönliches Spaßhighlight: Das Einhorn unter den Anzugträgern und wie man ein Kondom aufpustet.
  • Auch die Bankenwelt hat sich auf die agile Reise gemacht. Das war am Beispiel der UniCredit Bank zu sehen, die ein „Labor“ ins Leben gerufen haben.
  • Wir sollten unbedingt zum Silicon Valley reisen, wie Christoph Keese vom Axel Springer Verlag eindringlich verdeutlichte.
  • Unsere erste Service Broschüre, in Kooperation mit dem Bundesverband der Personalmanager, wurde druckfrisch zum Kongress veröffentlicht und war aufgrund der hohen Nachfrage auch direkt vergriffen. Thema: Agile HR (wer keine mehr erhalten hat, hier könnt Ihr sie Euch herunterladen).

Auf ein paar der Höhepunkte gehe ich nun inhaltlich ein:

Christoph Keese vom Axel Springer Verlag setzte die Messlatte direkt zu Beginn der zwei Tage mit seiner Keynote hoch an und gab zahlreiche Impulse mit:

  • Wenn Komplexität und Geschwindigkeit zu groß werden, erweisen sich Netzwerke als bessere Form der Organisation.
  • Disruption entsteht z.B. dort, wo einen etwas nervt. Das erkennt man dummerweise nur oft im/am eigenen System nicht, sonst wäre man ja nicht darin.
  • Der Geschäftsführer der Zukunft kann nicht mehr wissen, wo der richtige Weg lang geht. Aber er kann den Prozess gestalten!

IMG_8363Äußerst unterschiedliche Reaktionen rief das Einhorn Waldemar unter den Anzugträgern der HR Szene hervor. Aber ich bin mir sicher, er hinterließ die deutlichsten und marketingwirksamsten… Man kann sich fragen, was ein Startup zur Herstellung fairer Kondome auf dem PMK zu suchen hat. Neben dem Unterhaltungswert für mich mindestens vier weitere Dinge:

  • Einhorn benötigt keine Mitarbeiter sondern Mitunternehmer!
  • Recruiting geht auch anders! So muss ein Einhorn Kandidat erst einmal ein Kreuzworträtsel lösen oder Memory spielen, bevor er/sie überhaupt die E-Mail Adresse erhält, bei der er/sie sich bewerben kann.
  • Stelle lieber Keinen ein als eine Person, die nicht die Unternehmenswerte mitträgt. Im Falle von Einhorn übrigens sehr einfach zu merken: fug your ego, fairstainable und unicornique.
  • Ach, und noch eine nachahmenswerte Idee: Einhorn initiiert einen „CEO Stuhltausch“, bei dem der CEO eines anderen Unternehmens zwei Wochen lang ihr Unternehmen führt und umgekehrt. Das nenne ich mal Horizonterweiterung, vielleicht auch Kulturschock? 😉

thumb_IMG_0699_1024Das Management der UniCredit Bank hat festgestellt, dass sie sich in ihrer klassisch hierarchischen Struktur nicht schnell genug verändern können und somit kreatives Potential für Veränderung auf der Strecke bleibt. So hat das Management basierend auf den Prinzipien von Kotter ein Team ins Leben gerufen, das außerhalb der Organisation etwas Neues, einen Think Tank, aufbauen sollten. Vorgaben dabei:

  • keine festen Rollen
  • keinen fixen Zielvorgaben
  • keine festen Räume
  • keine Berichtsverantwortung gegenüber dem Managementboard
  • Themen werden völlig eigenständig gesucht und bearbeitet

Mir gefiel dieser Ansatz sehr gut, zeugte er doch von dem Willen etwas zu verändern und Mitarbeiter zu befähigen. Jedoch sehe ich darin zwei Punkte kritisch:

  • Die Mitarbeiter wurden ausschließlich vom Management Board berufen (wieso von oben herab?).
  • Die Mitarbeiter sollten dieses Labor „on top“ ihrer eigentlichen Arbeitsaufgaben vorantreiben. Das kann auf Dauer nicht gut gehen und hat bei mir so ein Geschmäckle hinterlassen.

Die zwei inhaltsreichen und netzwerkintensiven Tage wurden von der Kriegsreporterin Antonia Rados abgeschlossen, die Einblicke in den Nah-Ost Konflikt gab. Daraus möchte ich vor allen Dingen zwei Zitate wiederholen:

  • Es ist nicht immer der Starke, der die Kriege gewinnt.
  • Es gibt entweder komplizierte Lösungen oder schlechte!

Ja, wir befinden uns in einer komplexer werdenden Gesellschaft und Unternehmenswelt. Das führt auch zu immer vielfältigeren Anforderungen an HR. Und ich bin überzeugt davon, dass wir als HR den Schlüssel für positive Veränderung von Unternehmen haben – nämlich dann, wenn wir mit Leidenschaft und Risikobereitschaft den Menschen in das Zentrum unseres Handelns rücken und nicht das System!

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