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Wie schizophren ist HR?

Die Personal Süd, eine der großen HR-Messen Deutschlands, öffnete am 10. und 11. Mai in Stuttgart erneut ihre Pforten.

Während Esther und Caro auf der Personal Nord durch unsere Präsenz mit einem eigenen Messestand auch einen aktiven Part hatten, war ich am zweiten Tag der Personal Süd in der Funktion eines interessierten Besuchers unterwegs. Aktiv war von unserer Seite André, der am Nachmittag mit Stephan Fischer von der Hochschule Pforzheim und Thorsten Heilig von der moovel Group GmbH einen Vortrag zum Thema „Mythos Agilität – Wie HR die Agilität im Unternehmen beeinflussen kann“ hielt.
IMG_1234Verpasste ich den ersten Tag noch wegen anderer Termine, wartete der zweite Tag mit einer ganzen Menge interessant klingender Vorträge auf, die ich vor Andrés, Stephans und Thorstens Vortrag mitnehmen konnte. Eins wurde beim Blick aufs Programm recht schnell deutlich: Es muss sich etwas bewegen in HR und in den Unternehmen allgemein. Anders ist eigentlich nicht zu erklären, dass viele Vorträge zum Thema „Generation Y“, „Digitale Transformation“ und Disruptiver Wandel“ stattfanden, noch mehr aber in irgendeiner Form mit dem Label „4.0“ versehen waren. „HR 4.0“, „Betrieb 4.0“, „Industrie 4.0“, „Talentsuche 4.0“, „Arbeitsrecht 4.0“ „Arbeitswelt 4.0“ (2mal), Arbeitswelten 4.0“ „Aufwärtsqualifizierung 4.0“, „HR-Verwaltung 4.0“. Und das nur am zweiten Tag.

Den disruptiven Wandel, den viele Unternehmen durchmachen müssen, thematisierte Helmut Fink-Neuböck von Haufe-Umantis in seinem Vortrag, in dem er erläuterte, welche Rolle HR im Rahmen der digitalen Transformation im Unternehmen spielt und wie sein Unternehmen diese Fragen angeht.

Ein Unternehmen einer anderen Größenordnung, das aber ebenfalls HR neu denkt und das wir dabei bereits begleitet und unterstützt haben, ist TechDivision aus dem schönen Bayern. Stephan Willkommer, Geschäftsführer von TechDivision, berichtete in seinem Vortrag von unterschiedlichen agilen Instrumenten, die mittlerweile erfolgreich im Unternehmen eingesetzt werden. Tools, etwa zur Entscheidungsfindung wie das Delegation Board oder die Konsens-Methode oder Instrumente zum Tracking der Mitarbeiterzufriedenheit wie der Happiness-Index sind mittlerweile im Unternehmen integriert. IMG_1237

Und auch im Vortrag der Deutschen Bahn zum Thema „Arbeitswelten 4.0“, einer konzernweiten Initiative zum Thema Digitalisierung, wurde die Notwendigkeit des agileren Denkens von Unternehmen deutlich. Beispielhaft erwähnte Robert Gahren von der Bahn unterschiedliche Prototypen, die momentan im Konzern entwickelt werden und die mögliche Zukunftsmodelle der Arbeit thematisierten.

Es bewegt sich also einiges in Richtung Agilität und Unternehmen und HR-Bereiche werden mitunter neu gedacht. Betrachtet man die Reihe der oben genannten Vorträge mutet es doch etwas schizophren an, dass ein Großteil der Aussteller doch noch sehr stark in der „alten Welt“ verwurzelt scheinen. Wohin man sah: Lösungen für die Arbeitszeiterfassung, die digitale Personalakte und ansonsten Verwaltung, Verwaltung, Verwaltung.

Entsprechend setzten André, Stephan und Thorsten in ihrem Vortrag einen echten Kontrapunkt, obwohl sie sich während des Vortrags gegen eine lautstarke Trommelgruppe auf der Nachbarbühne erwehren mussten. IMG_1245

Drei Vortragende, drei unterschiedliche Perspektiven. Stephan blickte durch die wissenschaftliche Brille auf das Thema Agilität, Thorsten berichtete konkret aus seinem Unternehmen, wie agile Ansätze bereits erfolgreich umgesetzt werden und André ergänzte aus seiner HR Pioneers-Sicht und erläuterte anhand unseres Trafo-Modells die agile Transformation. Im Anschluss an den Vortrag ergab sich für das interessierte Publikum noch die Möglichkeit, direkt Fragen zu stellen.IMG_1254

Das Fazit der Messe könnte daher lauten: Die Probleme und Herausforderungen, mit denen sich HR konfrontiert sind, sind durchaus bekannt und viele scheuen sich nicht, den Finger in die Wunde zu legen. Wirklich neue und innovative Lösungen sind bisher jedoch noch Mangelware, sodass nach wie vor leider an altbekannten Institutionen und Instrumenten festgehalten wird, auch wenn diese die Probleme der Zukunft nicht lösen werden können.

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