Agiles Personalmanagement | Allgemein | Blog Esther Römer   Kommentieren   

Come to where the future is,
come to agile country!

Es fühlt sich noch an wie gestern, aber nun ist die fünfte Agile HR Conference bereits zwei Wochen her und damit Zeit die zwei intensiven Tage Revue passieren zu lassen. Es war „leider geil“ – wie einer der Teilnehmer auf unserem Postkarten Wettbewerb schrieb. Viele sprachen sogar vom „Klassentreffen Feeling“. Ganz so sehr hypen will ich die zwei Tage nun nicht, aber durch die Teilnehmer, die dabei waren und den offenen und intensiven Austausch, war es wirklich etwas Besonderes. Die Mischung aus kleinen und großen sowie jungen und alt eingesessenen Unternehmen, die alle voneinander lernen wollten, machte die beiden Tage zu einem meiner Jahreshöhepunkte.


_agile_hr_conf_bigpicture Wir hatten uns für die zwei Konferenztage Christian Simon, Scribble Thinker, zur Unterstützung geholt. Mit ihm haben wir nun schon einige tolle Projekte durchgeführt wie z.B. die Gestaltung unseres Feedbacks- und Entwicklungsinstruments Pioneer Cards. Chrispy hielt die zwei Tage auf einer agilen Seekarte in einem „big picture“ fest. Damit unterstützte er zeichnerisch die Idee aus der alten Welt in neue Länder (agile Welten) aufzubrechen.

Am Mittwoch ging es mit der Keynote von André los, bei der er mit dem Thema „Agile Organisation – auf zum nächsten Level“ auf die internen und externen Faktoren einging, die es notwendig machen, dass Unternehmen sich verändern. Zu diesen Faktoren zählen dynamische Märkte, instabiles Kundenverhalten, rasante technologische Veränderungen und hohe Wettbewerbsintensität. Diese treffen in Unternehmen auf Silodenken, lange Top-Down Entscheidungswege und mangelnde Selbstverantwortung der Mitarbeiter. Im weiteren Verlauf erläuterte er das von HR Pioneers entwickelte Trafo-ModellTM, das die sechs Dimensionen der agilen Transformation von Unternehmen aufzeigt. Ebenso beschreibt es die fünf Ebenen im Zuge der Agilisierung. Wichtig dabei ist: nicht jedes Unternehmen muss den gleichen Grad agiler Reife entwickeln. Im Gegenteil: das ist gar nicht sinnvoll, sondern das Maß ist abhängig vom Marktumfeld. Ebenso führt es immer da zu Reibungsverlusten, wo der agile Reifegrad eines Unternehmens in den sechs Dimensionen unterschiedlich weit ausgeprägt ist. Beispiel: Ein Team arbeitet mit zweiwöchigen Zyklen und soll dann gleichzeitig Jahresmitarbeiterziele vereinbaren und erfüllen. Das kann nicht passen! Dafür braucht es neue Lösungen.

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Ein Höhepunkt der diesjährigen Konferenz war wieder der Vortrag von Prof. Dr. Stephan Fischer, der mit seinem Vortrag „Agilität – Was ist das, wozu brauchen wir sie und wie bilden wir sie aus?“ wissenschaftliche Grundlagen setzte und das auf die ihm typische erfrischende Art. So konnten wir von ihm die Definition des Begriffs Agilität lernen, nämlich: „Agilität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, sich kontinuierlich an seine komplexe, turbulente und unsichere Umwelt anzupassen“ und „Agilität ist das Gegenteil von Trägheit“. So lässt sich an dem Beispiel der Dinosaurier und der Mäuse der disruptive Wandel gut erläutern. Während die Dinosaurier aufgrund eines Klimawandels komplett ausgestorben sind, haben die Mäuse bzw. deren Vorfahren es geschafft sich anzupassen und somit nicht nur zu überleben sondern sich weiter zu entwickeln.

Beispielhaft greife ich nun einige Vorträge heraus, die von den Zuhörern besonders gut aufgenommen wurden:

Stylight, ein junges Unternehmen, ist binnen eines Jahres extrem schnell von 100 auf über 200 Mitarbeiter gewachsen. Und somit stellte sich die Frage, wie man damit kulturell und strukturell umgeht. Das Unternehmen hat viele Veränderungen in Angriff genommen wie beispielsweise die Abschaffung des Bonussystems, Einführung einer offenen Fehlerkultur und cross-funktionaler Teams. In einem Worldcafé, bei dem sich alle Mitarbeiter über ihr Unternehmen und die Entwicklung austauschten, kam dieses Plakat zustande.
STRATO_Achterbahnfahrt

Auch STRATO befindet sich bereits seit 2009 auf agiler Achterbahnfahrt. Mit ihrem lebhaften Vortrag „Besser scheitern“ nahmen uns Jana Bartholomäus und Nicol Dierkes auf ihre Unternehmensreise mit. Die Offenheit, mit der sie uns an ihren Fehlern und Erfolgen teilhaben ließen, begeisterte mich. Ihre wichtigsten Erkenntnisse für uns: „Verbessere nicht nur Prozesse, sondern etabliere Kultur und Führung, die am Mitarbeiter ausgerichtet ist!“ und  „Entwickle eine klare Strategie, die den Kunden im Fokus hat“. Ich könnte jetzt inhaltlich auf ihren Vortrag eingehen, lasse sie das aber viel lieber selber tun.

In diesem Jahr haben wir erstmalig Workshop Formate integriert. Dabei kam der Workshop von whatever mobile besonders gut an – kein Wunder bei dem Dauerreizthema „Am Ende gehts ums Geld… Faire Gehälter im agilen Umfeld – wie geht das?“.  Die Teilnehmer tauschten sich zu Fragestellungen wie „Marktorientierte Gehälter“, „Gehaltsfaktoren“ und „Gehaltserhöhung“ aus. Die Geschäftsleitung von whatever mobile hat sich als Vision „jeder Mitarbeiter ist fair bezahlt“ gesetzt und dies in den letzten Monaten in Angriff genommen. Dabei heraus gekommen sind z.B. folgende Elemente: eine faire und transparente Gehaltssystematik (damit ist NICHT die Offenlegung der Gehälter gemeint), eine jährliche automatische Gehaltsanpassung und eine individuelle Anpassung nach Bedarf. Die Anpassungen folgen einem genau definierten Prozess, der für alle transparent ist. Wichtig zu wissen: Mitarbeiterjahresziele und -gespräche haben sie bereits seit längerem abgeschafft und stattdessen einen Feedbackprozess eingeführt, der permanent und auf Augenhöhe stattfindet. Whatever mobile hat auch einen Blogbeitrag dazu geschrieben.

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Am Nachmittag des zweiten Tages gab Ludger Hengefeld, Caritas Köln e.V., bei einer Podiumsdiskussion im fishbowl Format noch wertvolle Impulse mit. Mit dreien davon schließe ich meinen Blogbeitrag ab, denn diese drei waren auch sehr kennzeichnend für die zwei Konferenztage und den Geist, der während der zwei Tage herrschte:

  1. Scheitern ist eine gute Wachstumsmöglickeit.
  2. Führung fängt mit der Gewinnung des Menschen an.
  3. Motivation ist da vorhanden, wo der Sinn klar ist.

Ich freue mich jetzt schon auf die nächste inspirierende Agile HR Conference in 2017! Sei dabei: „come to agile country!

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