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Ergebniskompetenz – Wichtig ist auf’m Platz!

Sportwetten sind mittlerweile ein Milliardengeschäft – Zwar sitzen die meisten Wettanbieter im Ausland und können so den deutschen Fiskus umgehen, jene, die aber hier ihre Steuern zahlen, haben im Jahr 2013 bereits über 4 Milliarden Euro Umsatz gemachtDies dürfte in den vergangenen Jahren sogar deutlich angewachsen sein. Mittlerweile kann jeder Fußball-Bundesligist jeweils einen Sportwettenanbieter zu seinen Spitzen-Sponsoren zählen. Wie in jedem wachsenden Markt bemüht man sich auch hier um Produktinnovationen, so kann man mittlerweile auch schon darauf wetten, welche Mannschaft das erste Tor schießt, wer wie viele gelbe Karten erhält, welche Mannschaft zuerst auswechselt usw. Was allerdings die meisten Sportwetter schon aus ureigenem finanziellem Interesse am meisten bewegt, und da unterscheiden sie sich gar nicht so sehr von Unternehmern, ist das Ergebnis. Das mag Veranlagung sein, vermutlich ist in jedem von uns zu einem gewissen Grad ein solcher „Homo Oeconomicus“ zu finden. 

Football soccer match for children. Boys and coach sitting on green grass.

Ein hoher Grad an Ergebnisorientierung ist per se nichts schlechtes. Sollte diesem allerdings alle anderen Interessen untergeordnet werden, ob nun Kunden- oder auch Mitarbeiterinteressen, können empfindliche Reibungen entstehen. Daher sollte die Maxime lauten: Ergebnisorientierung ja – Ergebnisfixierung nein. 

Auch wenn im agilen Kontext Aspekte des konstruktiven Miteinanders eine größere Rolle spielen(wie auch im Agilen Manifest unter „Menschen und Interaktionen vor Prozessen und Werkzeugen“ beschrieben), ist auch eine ausgewiesene Ergebnisorientierung Bestandteil agilen Denkens und Handelns, wie am zentralen Wert „Fokus“ erkennbar wird. Aus diesem Grund haben wir auch „Ergebniskompetenz“ als eine der acht zentralen agilen Kompetenzen identifiziert.

Gerade dieser Fokus ist auch die entscheidende Qualität, die Personen mit einer ausgeprägten Ergebniskompetenz vorweisen können. So sind sie in der Lage Meetings in der Form zu gestalten, dass sie stringent zu wirkungsvollen Ergebnissen geführt werden und nicht zu frustrierenden Kaugummi-Veranstaltungen ausarten, die sich hinziehen, ohne produktiv zu sein. Diese Ergebniserzielung liegt auch darin begründet, dass Menschen mit einer hohen Ergebniskompetenz bereits „in Maßnahmen und Umsetzungen denken“, also schon während des Meetings darüber nachdenken, wie dessen Ergebnisse produktiv nutzbar werden. Die agile Qualität liegt hier besonders darin, dass das richtige Maß zwischen Push und Pull gefunden wird, das Team also auch von sich aus Verantwortung übernimmt, bzw. gezielt dahin entwickelt wird, dass es dies tut. Dazu gehört dann auch, dass wirkungsvolle Entscheidungen getroffen werden und man sich nicht mit halbgaren Lösungen zufrieden gibt.

Um allerdings zu diesen Lösungen zu kommen, ist auch ein hohes analytisches und konzeptionelles Denkvermögen gefragt, um die Themen vollständig durchdringen und ein qualifiziertes Urteil fällen zu können. Dabei hilft auch das hohe fachliche und technische Verständnis, welches, in Abhängigkeit der Verantwortlichkeit ebenfalls vorhanden sein sollte.

Schließlich gelingt es Menschen mit einer hohen Ergebniskompetenz auch, Abmachungen und Vereinbarungen einzuhalten und so Verbindlichkeit und Verlässlichkeit zu leben und auszustrahlen. Sie leben somit einen weiteren zentralen agilen Wert: Commitment. 

Agile Ergebniskompetenz hat also neben fachlicher Expertise und analytischen Fähigkeiten auch viel damit zu tun, wie man sich selbst zu seiner Arbeit positioniert und welche Einstellung man hierzu mitbringt, wie man sich also selbst antreibt. Ein Punkt, den ich im nächsten Teil der Blogreihe, wenn es um Selbstführungskompetenz geht, gerne wieder aufnehmen möchte. Bis nächste Woche!

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