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Tipps für junge Scrum Master Teil 3

 

Heute gebe ich Ihnen ein paar Tipps, wie der Scrum Master als Coach das Team unterstützen kann. Als Grundlage dafür nutze ich einige Coaching-Grundsätze von Steve de Shazer, einem amerikanischem Psychotherapeuten.

Mit diesen Ansätzen soll einem Teammitglied, welches ein Problem mit dem Selbstmanagement hat, ein Ausweg aus der so genannten Problemsackgasse ermöglicht werden. Der Scrum Master fungiert dabei als Coach und soll dem Mitarbeiter helfen, eine neue Sichtweise auf das eigentliche Problem zu erlangen und ihm dadurch neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Diese Methode der Sichtweisenveränderung nennt man Reframing. Durch das Reframing wird ein neuer Blickwinkel auf das Problem geschaffen und es können neue Lösungswege entstehen.

 

Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Ein Softwareentwickler liefert auf Grund von Stress durch Zeitdruck nicht wie üblich qualitativ gute Arbeit. All seine Versuche, den Einfluss von Stress auf die Arbeit zu verringern sind gescheitert. Wie zum Beispiel Beruhigungstraining oder Priorisierung der einzelnen Aufgaben. Hier kann der Scrum Master mit Hilfe der drei elementaren Grundsätze von Steve de Shazer dem Softwareentwickler Unterstützung bieten. Der erste Ansatz lautet wie folgt:

  1. „Repariere nicht, was nicht kaputt ist!“

Das bedeutet, dass die Dinge, die gut funktionieren, auch nicht verändert werden müssen. Stattdessen sollte man sich auf das eigentliche Problem konzentrieren und seine Energie dafür einsetzen. Bei dem hier genannten Softwareentwickler kann man sich das so vorstellen, dass seine Arbeit nicht Mangels Können schlecht ist, sondern weil er viel Stress hat. Also muss er keine Fortbildung machen, die ihm fachliches Wissen vermittelt, sondern benötigt Coachinghilfe.

 

Der zweite Grundsatz  von de Shazer lautet:

2. „Finde heraus, was gut funktioniert und was passt – und mache mehr davon!“ 

Hierbei ist es nützlich, eine Retrospektive zu machen, um zu erfahren, worin die eigenen Stärken liegen und wenn man eine Sache gefunden hat, in der man gut ist, dann sollte man mehr davon machen und seine Stärken ausbauen. Unser exemplarischer Softwareentwickler sollte also herausfinden, worin seine Stärken liegen, um sich darauf noch mehr zu konzentrieren.

 

Der dritte und letzte Ansatz beschreibt wie man weiterhin an der Lösung des Problems arbeiten soll:

3. „Wenn etwas trotz vieler Anstrengungen nicht gut genug funktioniert und passt – dann höre damit auf und versuche etwas ganz anderes!“

Damit ist gemeint, dass wenn alle Versuche, das Problem zu lösen, nicht funktionieren, man etwas vollkommen Neues versuchen soll. Das klingt erst einmal leicht aber ist unter Umständen schwieriger als man es vermutet, da etwas „Neues“ ausprobieren heißt, auch ganz unkonventionelle Methoden auszuprobieren. Denn aus ganz neuen Aktionen, können dann neue, unerwartete Reaktionen hervortreten, die der Lösung des Problems dienlich sind. Am Beispiel des Softwareentwicklers könnte man einen Ortswechsel vom Büro zur grünen Wiese nennen.

 

Diese Tipps zusammen mit den Grundsätzen sollen einem jungen Scrum Master helfen, wie er oder sie einem Teammitglied, wie dem Softwareentwickler, helfen kann, wenn er in einem Konflikt mit sich selbst steht oder auf Grund von viel Stress und nicht mehr weiter weiß.

Wie immer gibt es zum Schluss noch ein passendes Zitat: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein

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