Klassische Führungskarriere – nein, danke!

Im Handelsblatt Karriere (Ausgabe 4/2012) bin ich auf einen Artikel gestoßen, der einmal mehr unsere eigene Erfahrung bestätigt, die wir bei unseren Kunden erleben: Insbesondere  Berufseinsteiger sehen in einer Führungskarriere nicht die Erfüllung – Mitarbeiterführung wird eher als Belastung angesehen und es besteht kein Interesse an Machtspielen innerhalb der Organisationsstruktur. Das immer wiederkehrende Schlagwort der Work-Life-Balance nimmt an Relevanz zu. „Beruflicher Aufstieg ist nicht mehr das höchste Lebensziel, Arbeit nicht mehr der wichtigste Lebensinhalt. Die üblichen Anreize der Unternehmen – Status und Geld – verlieren ihren Glanz.“ (Handelsblatt Karriere 4/2012, S.9-10)

Karriere zu machen bedeutet nicht unbedingt eine Führungsposition im klassischen Sinn einnehmen zu wollen. Immer mehr Mitarbeiter sehen ihre berufliche Erfüllung darin, sich fachlich als Experte zu positionieren und durch Gestaltungsfreiheit sowie aktives Einbringen von Ideen im Unternehmen etwas bewegen zu können. Flache Hierarchien, Teamarbeit sowie regelmäßiges Feedback stellen dabei elementare Aspekte dar.

Was bedeutet dieser Wandel für Unternehmen? Dass es dringend Zeit ist für ein Umdenken!
Karrieremöglichkeiten sollten neu gedacht und die Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Ein Ansatz, der dabei in die richtige Richtung geht, ist die Einführung bzw. Realisierung einer Fachlaufbahn als Karrieremöglichkeit, die einen gleichen Stellenwert wie die Führungslaufbahn besitzt. Dadurch können auch diejenigen Mitarbeiter bestmöglich stärkenorientiert eingesetzt und ihre Leistungsfähigkeit optimal genutzt werden, die für eine klassische Führungslaufbahn – aus welchen Gründen auch immer – nicht geeignet sind oder diese nicht einschlagen wollen.

Um jedoch noch einen Schritt weiter zu denken, drängt sich auch hier wieder einmal der Gedanke an Agilität in den Vordergrund. Agile Strukturen in Unternehmen ermöglichen es Führung neu zu denken und den Bedürfnissen der Mitarbeiter nach Aktivität, Selbstbestimmung, flachen Hierarchien und Gemeinschaft gerecht zu werden. Führung bedeutet hier: Den Einzelnen weiterzuentwickeln sowie eine Kultur zu schaffen, in der die Mitarbeiter wachsen können und wollen und jeder einen Beitrag leistet.
(Denise von Gloeden)

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