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Gastbeitrag von Oliver Zilken, iDev GmbH: Aus dem Leben eines Scrum Masters

1. Was machst Du als Scrum Master bei iDev genau?
Der Job des ScrumMasters bei der iDev GmbH ist sehr nah an der Definition „by the book“.  Ein wichtiges Kerngebiet ist die teamübergreifende Koordination: Veränderungen und Aufgaben, die alle Mitarbeiter und Teams betreffen, müssen geplant und in die Sprints eingetaktet werden. Unternehmensweite Impediments müssen geklärt und behoben, Synergien erkannt und ausgebaut werden.Ein größerer Teil  meiner täglichen Arbeit dient auch dem Ziel, mich und mein Unternehmen in die agile Community einzubringen. Durch die Möglichkeit, hier frei arbeiten zu können, gibt es immer wieder interessante Möglichkeiten, sich mit anderen Scrummern zu vernetzen und von den Best Practices anderer ScrumMaster und Unternehmen zu lernen und die eigenen Erfahrungen  weitergeben zu können.

 2. Wie bist Du Scrum Master geworden und überhaupt auf die Idee gekommen?

Nach meinem  Studium begann ich als  Softwareentwickler zu arbeiten, von Agilität, Scrum, Kanban und dergleichen hatte ich noch nie etwas gehört.  Ich interessierte mich aber schon länger dafür, welche Prozesse bei der Softwareentwicklung ablaufen, und welche Werte dahinterstecken.  Nachdem ich dann  eine Zeit lang als „Wasserfall“-Projektmanager gearbeitet hatte, wurde mir die Ineffizienz meiner  Rolle am eigenen Leibe bewusst.  Als ich mich über Agilität und Scrum  informierte, konnte ich mich direkt mit der Rolle als ScrumMaster identifizieren.  Glücklicherweise stellte meine damalige Firma daraufhin den Entwicklungsprozess auf Scrum um, und ich beschloss,  mich als ScrumMaster  zur Verfügung zu stellen. Ich bin froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, und jeder neue Tag bestätigt mich darin, dass diese Rolle das richtige für mich ist.

3. Warum kannst Du es empfehlen unbedingt Scrum Master im agilen Umfeld zu werden?

Der wichtigste Grund: Wenn man  in einem komplett agilen Unternehmen wie der iDev GmbH arbeitet, in dem alle die gleichen Ziele verfolgen und den gleichen Werten verbunden sind, dann macht das einfach Spaß. Durch die Rolle des ScrumMasters hat man dann die Möglichkeit, erkannte Impediments schnell zu lösen sowie die verschiedenen Prozesse in den Teams und im Unternehmen ständig hinterfragen und optimieren zu können. Wenn man dabei die richtigen Moderations- und Change Management-Werkzeuge zur Hand hat,  dann  ist es möglich,  kleine wie große Änderungen in einer Art und Weise durchzuführen, dass alle im Unternehmen effizienter und zufriedener arbeiten können.

 4. Welche Kompetenzen sollte ein ScrumMaster aus Deiner Sicht unbedingt haben?

Am wichtigsten finde ich die sozialen Kompetenzen, so sollte ein guter ScrumMaster  eine ausgeprägte Organisations- und Kommunikationsfähigkeit haben.  Außerdem sollte er die Prinzipien des „Servant Leadership“ verinnerlicht haben,  um  in der täglichen Arbeit immer einen Weg zu finden, zu führen, ohne zu bestimmen. Gerade wenn man in Teams arbeitet, die schon Erfahrung mit Scrum haben und die Grundlagen gut beherrschen, wird diese Fähigkeit immer wichtiger.

Im Gegensatz zu einigen anderen Scrummern  finde ich es aber auch wichtig, einen gewissen technischen Hintergrund zu haben.  Das gibt dem ScrumMaster einerseits die Erfahrung und Sicherheit, dass agile Techniken wie  XP, CI und TDD tatsächlich sinnvoll sind. Andererseits hat man ein besseres Standing dem Entwicklungsteam gegenüber, wenn es z.B. darum geht, Fragen zur Softwarequalität oder der Definition of Done zu klären. Das bedeutet natürlich nicht, dass der ScrumMaster  mit in den Entwicklungsprozess an sich involviert sein sollte. Mit dieser unheilvollen Doppelrolle hatte ich selbst  jahrelang zu kämpfen, bevor ich die Möglichkeit bei der  iDev GmbH bekommen habe, meine volle Aufmerksamkeit auf die Rolle des ScrumMasters zu richten.

Nicht zuletzt  sollte jeder ScrumMaster in der Lage zu sein „über den Tellerrand“ zu gucken.  Das Scrum-Framework liefert oftmals nur einen (wenn auch guten)  Einstiegspunkt,  um im Laufe der Zeit  immer mehr in die Welt der agile+ lean Softwareentwicklung abzutauchen. Hierbei sind es oftmals auch Einflüsse aus ganz anderen Bereichen wie Psychologie oder Soziologie, die sich in sinnvolle Prozesse umsetzen lassen.

 5. Mit welchen Herausforderungen als Scrum Master hast Du jeden Tag zu kämpfen?

Die größte Herausforderung ist es wohl, mit ständigen wechselnden Herausforderungen umgehen zu können. Als ScrumMaster ist man mit vielen verschiedenen Aspekten der täglichen Arbeit in einem Unternehmen konfrontiert. Dementsprechend gibt es immer wieder andere Punkte, bei denen Probleme auftauchen oder die es zu verbessern gilt. So kann es in dem einen Sprint meine  höchste Priorität sein, ständig auftretende  Störungen des Entwicklerteams von  außen zu verhindern. Im nächsten Sprint kann dies aber schon wieder ein völlig anderes Thema wie z.B.  die Organisation einer Scrum-UserGroup  oder das Implementieren eines firmenweiten Veränderungsprozesses sein. Es ist eine Notwendigkeit, jeden Tag immer wieder in verschiedene Richtung zu denken und sich in andere Perspektiven zu versetzen,  um Sachverhalte und Probleme ganzheitlich erfassen und verstehen zu können.

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