Gastbeitrag von Dominik Maximini, NovaTec GmbH: Aus dem Leben eines Professional Scrum Consultants

Wie wird man Scrum Consultant?

Nach dem Studium der Wirtschaftsinformatik begann ich meine berufliche Laufbahn als Prozessentwickler in einer New Business Tochter eines großen deutschen Unternehmens. Bei der Suche nach geeigneten Entwicklungsprozessen stießen wir dann auf Scrum. Zunächst war ich nur am Rande involviert; aber nach der Einführung von Scrum durch einen externen Coach wurde immer klarer, dass ich durch meine Fähigkeiten und Prozessaffinität meine Berufung als Scrum Master finden würde. So kam es, wie es kommen musste und plötzlich war ich Scrum Master – ohne Training, ohne Erfahrung, ohne Wissen und ohne Zeit („das muss auch mit 50% Kapa gehen“). Ich hatte noch nichtmal ein Buch gelesen und den externen Coach hatte ich auch nur zwei- oder dreimal in Aktion erlebt. Da ich Herausforderungen liebe, las ich in den nächsten Wochen alles, was ich über Scrum in die Finger bekam und erkannte das Potential. Mein neu gewonnenes Wissen konnte ich auch sofort an zwei Teams ausprobieren. Gemeinsam lernten wir dazu und hatten Spaß an der Zusammenarbeit. Ich entwickelte mich kontinuierlich weiter und konnte schon bald anderen Scrum-Interessierten bei ihren Scrum-Buts und -Einführungen helfen. Die ständige Verknüpfung von Theorie und Praxis war dabei der Schlüssel. Um noch mehr über Scrum und seine zahlreichen Facetten zu lernen besuchte ich Veranstaltungen und vernetzte mich in der Community. Schließlich war ich gut genug, um „Professional Scrum Trainer“ der Scrum.org zu werden. Nach vier Jahren sah ich mich nach neuen Herausforderungen um, da ich mehr von der Welt sehen und vielen Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Transparenz helfen wollte. Die  Berufswahl des Consultants lag dabei nahe.

Was macht ein Scrum Consultant bei Novatec genau?

Die NovaTec GmbH ist ein in Leinfelden-Echterdingen (südlich von Stuttgart) ansässiges Unternehmen mit etwa 150 Mitarbeitern.  Das Hauptgeschäft ist dabei Consulting, auch im Bereich Scrum. Hier kann ich sowohl beim Ausbau des Geschäftsbereichs „Agile Methoden“ helfen, als auch bei verschiedenen Kunden Wirkung erzielen. Von diesen Kunden werde ich meist als Senior Scrum Master oder als Coach für Organisationsentwicklung mit Scrum (mein Spezialgebiet) gebucht. Scrum-Teams helfe ich zusammenzuwachsen und ihr Schicksal aktiv selbst zu gestalten. Gleichzeitig unterstütze ich das Management dabei, den Blick über das Tagesgeschäft hinaus zu erheben um die systemischen Probleme ihres Unternehmens zu erkennen und zu beseitigen. Das ist der Teil meiner Arbeit, der mir am meisten Spaß macht: Neue Denkweisen anzuregen und das plötzliche Aufblitzen in den Augen meiner Kunden zu sehen, wenn sie verstehen, wie Scrum ihr Leben verbessern kann. Um diese Veränderungen nachhaltig beizubehalten, bin ich meist mehrere Monate bei den Kunden, wobei ich darauf achte, mich selbst überflüssig zu machen. Um einen noch größeren Wirkungsgrad zu erzielen gebe ich außerdem Kurse für Einsteiger, Scrum Master und Product Owner. Insbesondere die Diskussionen in den Expertenkursen erweitern dabei meinen Horizont und geben mir oft neue Impulse, weil trotz vieler Gemeinsamkeiten eben doch jedes Projekt einzigartig ist. Wenn ich an Themen gerate, in denen ich noch kein Experte bin, dann kann ich jederzeit auf die NovaTec-Kollegen zurückgreifen. Dort haben wir für fast jedes Thema einen Spezialisten.

Welche Kompetenzen sollte ein Scrum Consultant haben?

Ich denke, ein Scrum Consultant sollte unbedingt über signifikante Praxiserfahrung verfügen. Über Dinge zu reden, die man nie selbst erlebt hat, ist unglaubwürdig und widerspricht den Scrum-Prinzipien Offenheit und Transparenz. Auch benötigt man ein ausgeprägtes Fingerspitzengefühl, um auch die versteckten Sorgen und Nöte der Kunden verstehen zu können. Meiner Erfahrung nach kommt man meist mit Verständnis weiter als mit dem Brecheisen – wobei natürlich die ein- oder andere Wahrheit durchaus Ähnlichkeit mit letzterem haben kann. Hier muss man auch täglich kämpfen: Sich durch Machtgerangel und Hierarchiedschungel zu graben ist aufwändig und Kräfte zehrend.  Aber man muss sich hier durchwühlen, um Wirkung zu erzielen. Reisebereitschaft und Offenheit für Veränderung sind als Consultant ebenfalls nicht verkehrt; wenn man lieber mehrere Jahre an einem Ort bleiben möchte, dann sollte man nicht unbedingt Consultant werden. Für mich war die Entscheidung Consultant bei der NovaTec zu werden richtig. Ich mag Veränderung und möchte bei möglichst vielen Unternehmen nachhaltig wirken. Das könnte ich als „normaler“ angestellter Scrum-Master nicht. Auch entgehe ich so dem Fluch des „Propheten im eigenen Land“. Der Zugriff auf andere erfahrene Kollegen stellt einen Vorteil gegenüber der Selbstständigkeit dar. So kann ich die Probleme unserer Kunden viel effizienter Lösen, als das ein Einzelkämpfer je könnte. Mehr über die Aktivitäten von Dominik erfahrt ihr auch in seinem Blog: http://scrumorakel.de/blog

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